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Die archäologischen Grabungen der Theologischen Hochschule Basel (STH) um die Lokalisierung des neutestamentlichen Ortes Emmaus werden fortgesetzt. Der Archäologe Norbert Lutz aus Schönaich bei Stuttgart wird das Grabungsprojekt nach dem Tode seines Vorgängers leiten. Carsten Peter Thiede, Professor für Umwelt und Zeitgeschichte des Neuen Testaments an der STH, verstarb 2004.

Die Forschungen finden in Moza, einem auf israelischem Staatsgebiet befindlichen Ort westlich von Jerusalem, statt. Das teilte die STH jetzt mit.

Das Projekt läuft unter dem Titel "Emmaus 2006" und soll über mehrere Jahre durchgeführt werden. Im Jahr 2001 hatte die Israelische Antikenbehörde der STH Basel eine Grabungsgenehmigung erteilt.

Die Forscher wollen herausfinden, wo genau sich der Ort Emmaus befand, der im Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 13-35 erwähnt wird. Der Evangelist Lukas berichtet vom Gang zweier Jünger von Jerusalem nach Emmaus. Unterwegs begegneten sie dem auferstandenen Christus.

Die meisten im Neuen Testament erwähnten Orte sind bereits ausgegraben. Doch die Lage von Emmaus ist immer noch umstritten. Bei den Ausgrabungen im August 2006 soll es um die Freilegung der Schichten aus der herodianischen Zeit des Zweiten Tempels gehen.

Wie Professor Thiede herausfand, lag Emmaus wahrscheinlich in der Nähe des heutigen Moza, westlich von Jerusalem. Dies entspricht in etwa der Entfernung von elf Kilometern zu Jerusalem, die Lukas angibt. Bereits der jüdische Historiker Flavius Josephus nannte den Ort Emmaus.

Die bisherigen Forschungsarbeiten in der Nähe von Moza ergaben, dass die Gegend kontinuierlich von der benjaminitischen Zeit des Alten Testaments an bis zur Zeit der Johanniter-Kreuzritter des 12. Jahrhunderts besiedelt war.

Nach dem Grabungsprojekt "Emmaus 2006" soll eine Ausstellung und eine Vortragsreihe stattfinden. Ein Buch zur bisherigen Ausgrabung ist bereits von Professor Thiede veröffentlicht worden. Es trägt den Titel "The Emmaus Mystery: Discovering Evidence of the Risen Christ". Es erschien im April in englischer Sprache.

Interessierte Studenten und Laien können sich an dem Grabungsprojekt beteiligen. Auch Vorträge, Ausflüge und Begegnungen sind für die Teilnehmer vorgesehen.
Kontakt: » rektorat@sthbasel.ch

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