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Israelische Archäologen haben eine antike Belagerungsanlage entdeckt, die offenbar den biblischen Bericht über die Zerstörung der Philisterstadt Gat bestätigt. Nach Angaben der Forscher war das entdeckte System typisch für die Aramäer.

Im 2. Buch der Könige wird beschreiben, wie die Aramäer in der zweiten Hälfte des 9. vorchristlichen Jahrhunderts Gat eroberten: "Zu der Zeit zog Hasaël, der König von Aram, herauf und kämpfte gegen Gat und eroberte es. Und als Hasaël sich wandte, um gegen Jerusalem hinaufzuziehen, nahm Joasch, der König von Juda, alle heiligen Gaben, die seine Väter Joschafat, Joram und Ahasja, die Könige von Juda, geheiligt hatten, und was er selbst geheiligt hatte, dazu alles Gold, das man fand im Schatz des Hauses des HERRN und im Hause des Königs, und schickte es Hasaël, dem König von Aram. Da zog er von Jerusalem ab." (Kapitel 12,18f)

Nun haben die Archäologen um Grabungsleiter Aharon Meir von der Bar-Ilan-Universität auf dem Ausgrabungshügel Tel Zafit, nahe Kirijat Gat südöstlich von Aschkelon, die Reste eines Grabens um das antike Gat entdeckt. Er war zweieinhalb Kilometer lang und in den Felsen gehauen. Der Graben war fünf Meter tief und vier Meter breit. Außen standen Türme. Das berichtet der Informationsdienst "Walla" am Montag.

Wie die Altertumsforscher mitteilten, zeigen die Funde das einzigartige Belagerungssystem der Aramäer. Es sei zudem die früheste derartige Anlage, die in dieser Region entdeckt worden sei, sagte Meir. Eine Übereinstimmung zeige sich auch mit einem aramäischen Text aus der Zeit der Belagerung, der im syrischen Sachur entdeckt wurde.

Auf dem Gelände der antiken Stadt Gat selbst fanden die Forscher Ruinen von Häusern, die völlig eingestürzt waren - ein Zeugnis für den Belagerungskampf der Philister gegen die Aramäer. Zudem wurden viele Gefäße, Schreibgeräte und Kultgegenstände freigelegt.

Philister waren Israels ärgste Feinde

Die Philister spielten etwa 600 Jahre lang eine wichtige Rolle im Nahen Osten. Sie gehörten zu den Feinden, die Israel am meisten zusetzten. Am bekanntesten ist in diesem Zusammenhang die Geschichte von David und Goliath. Im Gegensatz zu den anderen Völkern der Region waren die Philister keine Semiten, sondern Indoeuropäer. Wie bedeutsam sie waren, zeigt sich auch daran, dass später die Römer die Bezeichnung "Palästina" für das Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan wählten - abgeleitet vom griechischen Namen "Philisterland" ("Palaistine"). Mit den heutigen Palästinensern haben die Philister allerdings nichts zu tun.

Etwa 200 Jahre nach der Eroberung Gats durch die Aramäer eroberte der babylonische König Nebukadnezar die restlichen Philisterstädte. Ihre Bewohner wurden gemeinsam mit ihren judäischen Nachbarn nach Babel deportiert. Dort verlieren sich die Spuren der Philister.
© israelnetz.de

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