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Der Jerusalemer Tempel war das Haus des HErrn. „Im elften Jahr der Regierung Salomos war das Haus des HErrn vollendet“ (1. Könige 6, 37-38) und „die Herrlichkeit des HErrn erfüllte das Haus des HErrn“ (1. Könige 8,11). Immer, wenn vom Tempel die Rede ist, ist damit das „Haus des HErrn“ gemeint. Hier fragt man sich, kann ein irdisches Haus Wohnung sein für einen Gott, den aller Himmel Himmel nicht fassen können? (1. Könige 8,27).

Betrachtet man den Jerusalemer Tempel, so war er auffallend klein, also keine Kathedrale oder moderne Worship-Halle in der Tausende von Menschen Platz fanden. Selbst in den Vorhof des Tempels passten nur 300 Menschen hinein. Und den Tempel selber durften nur Priester betreten. Wenn das Volk die Gottesdienste sehen wollte, musste es auf den Ölberg gehen und von dort aus auf den Tempel schauen.

Die Urchristen haben die biblische Weise beibehalten, indem sie ihre Kirchen in Narthex / Kirchenschiff (Vorhalle), Bischofsitz (Heiligtum) und Altarraum (Allerheiligstes) aufteilten, so dass der Raum für die Geistlichkeit von dem Kirchenschiff, dem Raum für die Laien, getrennt war. Das war keine Volksdiskriminierung, sondern eine Absonderung und Erhebung Gottes.

Mittlerweile ist in Kirchenneubauten diese biblische Tempel- bzw. urchristliche Kirchenaufteilung verloren gegangen. Ein abgetrenntes Heiligtum bzw.Allerheiligstes gibt es nicht mehr. Baulich wäre dieser Verlust noch zu verschmerzen. Doch leider sind auch die Gottesdienste oftmals nur noch dem Namen nach „Gottesdienste“, weil sie inzwischen nur noch „Volksdienste“ sind und nicht mehr ein Vor-Gott-Treten. Nun kommt der Einwand, dass die Lobpreiszeit ja Gott geweiht ist. Stimmt das wirklich? Das käme auf eine Probe an. Könnten wir mit gleicher Freude und Hingabe einen Gottesdienst halten, in dem nur Wenige anwesend sind? Wenn ja, wäre dies der Schritt aus dem Vorhof ins Heiligtum. Könnten wir einen Gottesdienst halten, in dem wir ganz allein wären?

Einen Gottesdienst mit allem Drum und Dran. Das wäre der Schritt ins Allerheiligste. Dann erst könnten wir zu Recht – wie im Tempel – unsere Gottesdienste wieder Gottesdienste nennen. Die Veranstaltungen vor Volksmassen sind notwendig, sie sind jedoch entweder Evangelisationen oder Heilungsversammlungen, d.h. sie sind nur die Vorstufe zum eigentlichen Gottesdienst. Jesus evangelisierte vor Volksmassen. Als er aber das Geheimnis seiner Lehre verkündete, nahm er nur zwölf Jünger mit sich. Und als er sich verklären ließ, durften nur drei von den Zwölf mit ins Allerheiligste auf den Verklärungsberg. Wo sind wir in unserem Glaubensleben stehen geblieben?

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