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Die meisten Feste dienen dazu, den Alltag und seine Sorgen von uns abzustreifen. Dies trifft ganz besonders auf Purim, das wir in diesem Jahr am 10. März (14. Adar) feiern, zu. Das Fest erinnert uns an die einstige Rettung unserer Vorfahren im alten Persien vor über 2000 Jahren.

Die Juden Persiens hatten sich zu dieser Zeit assimiliert und sich an die nicht gerade moralische Lebensform der Perser angepasst. Sie hatten Jerusalem und ihr zerstörtes jüdisches Land längst vergessen und ihre jüdische Identität preisgegeben.

Als jedoch die große Gefahr durch den mächtigen Minister Haman und seine Vernichtungspläne drohte, besannen die Juden sich darauf, dass sie alle Angehörige eines Volkes und Kinder des jüdischen Landes seien, die noch immer sehnsüchtig auf den Wiederaufbau Jerusalems warteten. Da griff G-tt ein und rettete sie vor dem Untergang.

Die Heldin der Purim- Erzählung ist das jüdische Waisenmädchen Esther, das von ihrem Onkel Mordechai erzogen wurde. Der Perserkönig Achaschwerosch hatte sie geheiratet und gleichzeitig dem Plan seines Ministers Haman, das jüdische Volk auszurotten, zugestimmt.

Das Volk verlangte nun von Esther, dass sie den König milde gegenüber dem jüdischen Volk stimmte. Und Königin Esther bewies, wie so viele jüdische Frauen vor und auch nach ihr, dass sie genügend Format besass, um sich durchzusetzen und ordnete an, dass die jüdischen Männer während ihrer Verhandlungen mit dem König drei Tage lang fasten sollten als Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Auch heute noch fasten wir am Tag vor Purim zum Andenken an die mutige Königin. In allen jüdischen Gemeinden wird Purim heiter und fröhlich gefeiert.

Zu Purim sollte der Unterschied zwischen Gut und Böse verdrängt werden. Auch deshalb pflegt man an diesem Feiertag etwas mehr zu trinken, damit "wir nicht genau unterscheiden können", wofür im Hebräischen "Ad lo jada" steht. Aus diesem hebräischen Ausdruck entstand der Name für den Purim-Karneval-Umzugs für die kostümierten Kinder in Israel.

Purim erinnert uns daran, dass vor zweitausend Jahren die jüdische Gemeinde Persiens vor ihrer Auslöschung bewahrt worden war. Grund genug, einen ganzen Monat in freudiger Stimmung wie damals in Persien zu verbringen.

von Joel Berger

März 2009

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