Sarkozy warnt Israel vor Angriff gegen den Iran

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat einen möglichen Angriff Israels auf den Iran als "absolute Katastrophe" bezeichnet. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldet, warnte der Staatschef eindringlich vor einem solchen Vorgehen.

Sarkozy war am Rande des G-8-Gipfels im italienischen L'Aquila vor die Presse getreten. Der französische Präsident sicherte zu, dass die G8-Staatschefs – darunter die sieben führenden Industrienationen USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien – und Russland dem Iran noch bis September 2009 eine Chance geben wollen um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte am Tag zuvor vehement zurückgewiesen, dass Washington einen Angriff der Israelis unterstützen würde. Israel wiederum sieht sich, laut der Zeitung "Ha'aretz", durch die iranischen Bemühungen existentiell bedroht.


Im September soll eine Entscheidung fallen

Nach Sarkozys Statement entgegnete ein iranischer Regierungssprecher, dass der Iran weiterhin seine "Linie durchziehen und keinen Schritt zurückweichen" werde. Sarkozy ergänzte, dass man die Situation bis zum G20-Treffen in Pittsburgh im September abwarten werde: "Wenn es bis dahin keinen Fortschritt gibt, werden wir Entscheidungen treffen", so Sarkozy, der für diesen Fall mit härteren Sanktionen gegenüber Teheran drohte.

Die westlichen Nationen sind davon überzeugt, dass der Iran damit beschäftigt ist Atombomben zu bauen: "Alle G8-Nationen stehen zusammen. Dort besteht ein großer Konsens, dass wir reagieren, wenn sich die Situation nicht ändert", sagte der kanadische Sprecher Dimitri Soudas. Mike Froman, ein Sprecher des Weissen Hauses, hob gegenüber Reportern die wachsende Ungeduld mit dem Iran hervor:

Israel sollte wissen, dass es nicht alleine dasteht und sollte in Ruhe verfolgen, was passiert. "Seit sechs Jahren haben wir unsere Hand ausgestreckt und gesagt, stoppt Euer Atomwaffenprogramm. Wenn sie keine Diskussionen wollen, wird es Sanktionen geben", zitiert die österreichische Tageszeitung "Die Presse" Sarkozy.

Die Erklärung Sarkozys kam kurz nachdem sich Amerika von der israelischen Iran-Position distanziert hatte. Das amerikanische Memorandum bedauerte die Gewalttaten im Iran nach der Präsidentenwahl und auch die Haftstrafen gegen Journalisten seien "inakzeptabel".

Anlass für Spekulationen, Israel könnte einen Angriff auf den Iran vorbereiten, waren Äusserungen von US-Vizepräsident Joe Biden, wonach Israel das souveräne Recht habe, selbst zu entscheiden, was in seinem besten Interesse sei.

Von: J. Weil (inn)
12.Juli 2009


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