Ein Dutzend Israel-Besuche geplant

Schweizer Militärs wollen auch 2009 nach Israel reisen

Letztes Jahr flogen Schweizer Militärs 16 Mal nach Israel. Auch diesen Montag war ein Besuch geplant. Doch er wurde kurzfristig abgesagt.

Die Koffer der Rüstungsfachleute des Departements Verteidigung und der Armasuisse waren bereits gepackt: Sie wollten am Montag nach Israel reisen. Doch jetzt wurde der Besuch in der Krisenregion kurzfristig abgesagt, wie das VBS gegenüber «10vor10» bestätigte.

Monatliche Besuche in Israel

Auch wenn die erste Reise nun abgesagt wurde: Wie Recherchen von «10vor10» weiter zeigen, sind für 2009 insgesamt 12 Besuche von Schweizer Militärfachleuten in Israel geplant. «Es handelt sich dabei vor allem um technische Kontakte», so VBS-Sprecher Sebastian Hueber gegenüber «tagesschau.sf.tv».

Letzes Jahr waren Schweizer Delegationen 16 Mal nach Israel gereist. Im Gegenzug reisten 2008 dreimal israelische Militärs in die Schweiz. Sie begleiteten eine Lieferung Rüstungsmaterial und lieferten den Schweizern Know-How.
Im März 2008 war auch der damalige Luftwaffenchef Walter Knutti nach Israel gereist. Der nach dem Schlauchboot-Unfall auf der Kander zurückgetretene Militär sprach erstmals in «10vor10» über das geheime Besuchsprogramm im Konfliktgebiet.

Knutti sah Angriff auf Hamas-Kämpfer

Auf einer Luftwaffenbasis demonstrierten die Israeli Knutti, wie sie gegen die Raketen der Hamas vorgehen: «Sie zeigten, wie der Gazastreifen mit Drohnen eigentlich rund um die Uhr aus der Luft überwacht wird.»
Knutti sagte weiter, er habe gesehen, wie die Hamas aus dem Hof einer Schule Raketen abgefeuert habe. Als die Kämpfer in einem Fahrzeug die Flucht ergriffen, habe ein israelischer Hubschrauber sie mit einer Rakete getroffen.

«Schweiz kann von Israel sehr viel lernen»

«Wir können von Israel sehr viel lernen», sagt Walter Knutti gegenüber «10vor10». Israels Armee habe viel Kampferfahrung. Diese fehle der Schweiz. Die Schweiz und Israel arbeiten rüstungstechnisch eng zusammen: Eine Koproduktion ist die Schweizer Armee-Drohne Ranger. Die Weiterentwicklung zur «Super Ranger» ist zur Zeit auf Eis gelegt.

«Ein riesiger Skandal»

Für den Grünen Nationalrat Jo Lang ist die militärische Zusammenarbeit mit Israel ein «riesiger Skandal». Die Schweiz mache sich so zum «Komplizen Israels» und riskiere die Schweizer Neutralität. Lang fordert einen sofortigen Stopp der Zusammenarbeit.

«Austausch ist legitim»

Ganz anders sieht dies der FDP-Nationalrat und Sicherheitspolitiker Peter Malama. «Es ist legitim, dass wir mit Ländern aus denen wir Rüstungsgüter beziehen, auch den fachlich-technischen Austausch pflegen.» Ausserdem sei der Bezug von Rüstungsgütern aus Israel vom Parlament bewilligt worden.

Quelle: SFtv
Januar 2009


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