Die Reservetruppen der Fallschirmjäger, die am Wochenende nördlich des Litani-Flusses gelandet waren, kehrten heute Morgen auf einem Fußmarsch unter der Leitung des Regimentskommandanten der Fallschirmjäger nach Israel zurück.
Die Sicherheitsbehörden versuchen die Rückkehr von Tausenden Reservesoldaten, die zum Teil vor mehr als einem Monat rekrutiert worden waren, aus dem Libanon zu beschleunigen. Die regulären Armeetruppen werden hingegen in dem gesamten Gebiet in Stellung bleiben, bis die libanesische Armee und die UNIFIL-Truppen das Gebiet übernehmen können. Aus Befürchtung, dass es bei Auseinandersetzungen zwischen den Truppen zu Toten oder Verletzten kommen könnte, hat die israelische Armee bereits die Anzahl ihrer Soldaten innerhalb des Sicherheitsstreifens verringert, und mit der Entlassung der Reservesoldaten ist noch in diese Woche zu rechnen.
Nach aktuellen Einschätzungen wird die libanesische Armee im Gebiet südlich des Litani-Flusses im Laufe des kommenden Mittwochs in Stellung gehen. Gleichzeitig wird die UNIFIL neue Truppen rekrutieren, um die örtliche Armee im Südlibanon unterstützen zu können.
Bei einem Treffen zwischen Vertretern der israelischen Armee, der libanesischen Armee und UNIFIL teilte die libanesische Armee mit, dass sie bereit sei, bereits innerhalb von zwei Tagen Truppen in den Süden zu verlegen. Der Stabsleiter der Nordkommandantur, Brigadegeneral Alon Fridman, sprach über die Entschiedenheit der Kommandeure der libanesischen Armee und der UNIFIL-Truppen, ihre Aufgabe zu erfüllen. „Es ist bekannt, dass die UNIFIL den starken Willen hat und motiviert und entschieden ist, das ihr gegebene Mandat umzusetzen. Es scheint, dass auch die libanesische Armee darauf eingestellt und bereit ist, die Verantwortung für den Südlibanon zu übernehmen. Das ist tatsächlich die am meisten beeindruckende Errungenschaft für den Staat Israel.“
Die israelische Armee zeigte sich heute Morgen zufrieden über die ersten 24 Stunden, die seit Beginn der Feuerpause vergangen sind. Im Verlaufe des ersten Tages der Feuerpause tötete die israelische Armee bei verschiedenen Zwischenfällen 7 bewaffnete Terroristen, doch man geht davon aus, dass dies nicht die Ruhe brechen wird.
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Die israelische Armee hat heute Morgen ihre Angriffe im Innern des Libanon eingestellt. Sie wird sich auf die zügige Rückgabe des Gebiets südlich des Litani-Flusses an die libanesische Armee bzw. die UNIFIL-Truppen vorbereiten. Die israelischen Truppen werden den Libanon so schnell wie möglich räumen und innerhalb von einigen Wochen oder sogar Tagen nach Hause zurückkehren. Noch schneller wird die Entlassung der Reservesoldaten vor sich gehen.
Es sind gute Nachrichten, die gestern Abend der Generalstab und die Nord-Kommandantur verkündeten, und nun kann man noch eine hinzufügen: General Moshe Kaplinski wird seine Gesandtschaft als Vertreter des Generalstabschefs in Norden beenden und in den Dienst als Stellvertretender Generalstabschef zurückkehren. Der General der Kommandantur, Udi Adam, wird wieder die Luft der Kanaan-Berge (Sitz der Nord-Kommandantur) atmen können, ohne Genehmigung seiner übergeordneten Ebene.
Die schlechte Nachricht ist die Ungewissheit, die die Lage umgibt. Die israelische Armee hat versucht, eine Linie im Sektor des Litani-Flusses einzurichten und aus der Luft die Anhöhe von Nabatiye anzugreifen, die sich zwischen dem Litani und dem Zaharani befindet, um die Hisbollah im Süden von der Verstärkung und Versorgung aus dem Norden abzuschneiden. Die Kampftruppen haben versucht, die definierten Ziele zu erreichen. Doch in der Region befinden sich noch immer Hunderte von Hisbollah-Kämpfern mit ihren Waffen, darunter Katjuschas und Antipanzerraketen. Im Generalstab heißt es, dass weitere drei Tage notwendig wären, um alle Ziele in der Operation zu erreichen, sowohl bei der Bodenoffensive als auch beim Vorgehen gegen Hisbollah-Stützpunkte in der Region südlich des Litani. Dies scheint an die politische Ebene gerichtet zu sein: wäre der Armee am vergangenen Mittwoch genehmigt worden, eine Operation zu starten, hätte man das gewünschte Ergebnis erreichen können. Keine Seite wird in dieser Meinungsverschiedenheit beweisen können, dass sie Recht hat, aber die tödlichen Zusammenstöße in verdächtiger Nähe zur Grenze – und das ist bereits der zweite Monat – rufen Zweifel an der Fähigkeit der israelischen Armee hervor, auch den Letzten der Hisbollah-Leute abzuschütteln, auch wenn sie nicht in Zeitnot wäre.
Israel ist berechtigt, die Formulierung der Resolution 1701 des Weltsicherheitsrats als Erlaubnis auszulegen, gegen die Hisbollah innerhalb des Gebiets, das von der israelischen Armee kontrolliert wird, vorzugehen: Israel darf zwar nicht „angreifen“, aber Aktionen gegen die Hisbollah in der Nähe der Grenze, nur einen Schuss weit von Israel entfernt, können als gerechtfertigte Verteidigungsmaßnahmen angesehen werden. Im Grunde ist die israelische Armee nicht darauf versessen, wieder mit der Hisbollah aneinander zu geraten und weitere Tote und Verletzte in den etwa 30 Dörfern in ihrem Gebiet in Kauf zu nehmen, in denen oder in deren Umgebung sich Mitglieder der Organisation aufhalten. Das Interesse, Tote und Verletzte zu verhindern und der Hisbollah den Anspruch auf Widerstand gegen die Besatzung abzuerkennen, - wie bis zum Rückzug im Mai 2000 – brachte die israelische Armee dazu, eine dünne und skelettähnliche Aufstellung im Rechteck des Litani vorzuschlagen. Das Ziel ist es, das Gebiet zu isolieren (sowohl im Luft- und Seeraum wie auch den Libanon von Syrien und vom Iran zu isolieren), jedoch nicht in jedes Dorf einzudringen, in jeden Keller hinunter zu steigen und sich mit jedem Kommando auseinanderzusetzen.
Bis gestern Abend wurde die UNO-Resolution noch nicht in die verpflichtende militärische Terminologie der Anweisungen zur Eröffnung des Feuers übersetzt (gemeint ist: ab wann genau darf geschossen werden). Die Kämpfer und die Kommandanten können sich nicht mit dem Lesen von Interviews mit Condoleezza Rice oder Pressebriefings der hochrangigen israelischen Militärs zufrieden geben. Was soll man tun, wenn man einen bewaffneten Hisbollah-Kämpfer sieht? Auf ihn schießen oder es ihm überlassen, zuerst zu schießen? Und wenn er eine Antipanzerrakete hat? Nachfragen, ob die Rakete abschussbereit ist oder nur zum späteren Gebrauch gelagert wird? Seine Angaben notieren und die libanesische Armee informieren? Und wenn die Rakete abgefeuert wird, darf man nur auf denjenigen schießen, der sie abgefeuert hat oder ein Flugzeug anfordern, das das Gebäude bombardiert oder das Dorf?
Die israelische Armee beabsichtigt, in Schallwellengeschwindigkeit nach Hause zu verschwinden, sobald die libanesische Regierung erklärt, dass sie die Verantwortung über den Süden übernimmt oder sich schnellstens in einen Jeep zu setzen, auf dem eine UNIFIL-Fahne weht. Es wird keinen „Linienwechsel“ geben, nach der Art einer Übergabe zwischen Regimentern. Der Generalstab ist der Meinung, dass es die Hauptsache ist, die Verantwortung an Beirut abzugeben, sowie die Einsetzung der Dreieckskommission Libanon – UNO – Israel. Die Kommission wird direkte Sicherheitsgespräche führen. An der Spitze der israelischen Vertretung wird Brigadegeneral Udi Dekel vom Regiment für strategische Planung stehen. Große Errungenschaft: bis 1967 hat die Waffenstillstandskommission, an der beide Staaten beteiligt waren, mit UN-Beobachtern zusammengearbeitet, doch dann hat Israel sich von ihr losgesagt, und jetzt vermisst es sie und versucht, die Zusammenarbeit wieder herzustellen.
Über die Heimkehr der Entführten Eldad Regev und Ehud Goldwasser hat der höhere Offiziersstand keine Illusionen mehr: dies wird einen Deal erfordern, der nicht nur die Hisbollah-Gefangenen der Operation im Libanon mit einschließt, sondern auch die früheren libanesischen Gefangenen. Der Mörder Samir Kuntar ist dem Moment des Kofferpackens und der Rückkehr nach Hause heute näher, als er es in den letzten 27 Jahren jemals war.
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Während die israelische Armee in das Innere des Libanon vorstieß, im Versuch letzte Errungenschaften vor der Feuerpause zu verzeichnen, konnte das Finanzministerium endlich die wirtschaftlichen Schäden abschätzen. Die offiziellen Stellen schätzen, dass sich die gesamten Kriegskosten bis heute auf 23 Milliarden Shekel belaufen. Die direkte Belastung für den Haushalt durch den Krieg liegt bei 12 Milliarden Shekel (7 Milliarden Shekel für Ausgaben der Sicherheitsbehörden und 5 Milliarden Shekel für die Deckung von direkten und indirekten Schäden).
Nach Einschätzung des Finanzministeriums wird der Krieg zum Verlust von 1,5% des Bruttoinlandsproduktes führen, was ca. 9 Milliarden Shekel entspricht (einschließlich dem Verlust von 2 Milliarden Shekel bei den Steuereinnahmen). Zusätzlich wird die Regierung 2 Milliarden Shekel als Nothilfe an die örtlichen Behörden im Norden und die Notfalldienste übergeben. Ein Teil dieser Summe – 150 Millionen Shekel – wurde bereits nach bestimmten Kriterien überwiesen, die eine Sachkommission unter der Leitung des Staatssekretärs im Innenministerium, Ram Balnikov, festlegte.
Ein Teil der hochrangigen Mitarbeiter der Behörden erklärte, dass der Versuch, sich um alle Ortschaften zu kümmern, zu geringen Zuweisungen geführt habe und dass auch nicht klar sei, nach welchen Kriterien die Höhe der Finanzhilfe für jede Ortschaft entschieden worden sei. Der Vertreter einer Behörde sagte: „Die Gelder sind wie die Luft zum Atmen. Bekommt man etwas. Dann sagt man danke und stellt keine Fragen.“
Das Finanzministerium konzentriert sich derzeit auf die Minimierung der Kriegsschäden für das Budget 2006. Nach Angaben des Vorgesetzten für die Finanzbudgets, Kobi Haber, wird sich das Finanzministerium um das Budget 2007 kümmern, sobald klar ist, dass der Krieg vorüber ist. Nach seiner Einschützung wird das Haushaltsjahr 2006 mit einem Zuwachs von weniger als 4% enden.
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