Türkische Fernsehserie empört Israel

Die Türkei hat sich durch die Ausstrahlung einer Fernsehserie einen weiteren Schritt von Israel entfernt: Am Dienstagabend zeigte der staatlich-kontrollierte Fernsehsender TRT1 eine Sendung, bei der israelische Soldaten als Mörder unschuldiger Kinder dargestellt wurden. Israels Aussenminister Avigdor Lieberman sprach von Hetze gegen sein Land und bestellte den türkischen Botschafter nach Jerusalem ein.

Die ohnehin schlechten Beziehungen zwischen der Türkei und Israel werden auf eine harte Probe gestellt. Israelis sind erbost über eine TV-Serie in der Türkei: Sie zeige israelische Soldaten als sadistische Kindsmörder.

Aus Protest gegen eine türkische Fernsehserie hat die israelische Regierung den Botschafter des Landes einbestellt. Dabei wolle das Aussenministerium am Donnerstag offiziell Protest gegen die Serie im türkischen Staatsfernsehen äussern, die in Israel als gezielte Hetze angesehen wird, sagte ein Sprecher in Jerusalem.

Die TV-Serie stellt laut Aussenministerium israelische Soldaten als sadistische Kindermörder dar und hat in Israel grossse Empörung ausgelöst. Die Serie beschreibt das Leben einer fiktiven palästinensischen Familie in den besetzten Gebieten. Das israelische Fernsehen zeigte am Mittwochabend Auszüge der Serie «Ayrilik» (Trennung), die in dieser Woche im türkischen Staatsfernsehen TRT gezeigt wurde.


Brutale Szenen

In einer der Szenen nähert sich ein Soldat einem palästinensischen Mädchen, das in einer kleinen Gasse mit dem Rücken zur Wand steht. Der Schauspieler, der den Soldaten darstellt, hebt sein Gewehr, während das Mädchen unschuldig lächelt, und schiesst ihm aus nächster Nähe in die Brust. In einer anderen Szene werde ein Baby an einem Kontrollpunkt getötet, hiess es im israelischen Fernsehen.

Ein israelisches Schiesskommando feuert in einer anderen Szene auf unbewaffnete Palästinenser, die in einer Reihe aufgestellt sind. Es hat seit Beginn der Besatzung im Jahre 1967 nie Berichte darüber gegeben, dass die israelische Armee bei Konfrontationen mit Palästinensern Schiesskommandos einsetzt.


«Hetze der schlimmsten Sorte»

Israels Aussenminister Avigdor Lieberman nannte die Serie «Hetze der schlimmsten Sorte, und dies mit Unterstützung der Regierung». Eine solche Serie, die israelische Soldaten als kaltblütige Mörder porträtiere, wäre selbst in einem feindlichen Land unangebracht. Umso schlimmer sei es, dass sie in einem Staat ausgestrahlt werde, der volle diplomatische Beziehungen mit Israel unterhält.

Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei haben sich seit der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im vergangenen Winter erheblich verschlechtert. Erst in der vergangenen Woche sagte die Türkei eine Luftwaffenübung der Nato wegen der geplanten Beteiligung Israels ab. Die Türkei hat die israelischen Angriffe im Gazastreifen, bei denen vor neun Monaten etwa 1400 Palästinenser getötet und mehr als 5000 verletzt wurden, scharf kritisiert.


Auszüge der Serie «Ayrilik» (Trennung)


jns, 15.Oktober 2009


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