Verkehrsminister kritisiert Behandlung der Siedler

Israels Verkehrsminister Jisrael Katz hat die Räumung der Siedlungen im Gazastreifen vor knapp vier Jahren als "humanitäres Verbrechen" bezeichnet. Den evakuierten Familien sei nicht genügend Zeit für den Umzug gelassen worden, sagte der Likud-Politiker am Montag bei der Einweihung einer neuen Straße für die ehemaligen Siedler.

Die Strasse ist 17 Kilometer lang und befindet sich in der Gegend von Lachisch, südöstlich der Stadt Kirijat Gat in der Negevwüste. Sie verbindet bislang die Ortschaften Amazia, Schekef und Schomria. Drei weitere Dörfer sollen für die Evakuierten aus der früheren Verbandsgemeinde Gusch Katif an der Straße errichtet werden, wie die Tageszeitung "Jediot Aharonot" berichtet.

"Die Räumung der Siedlungen in Gusch Katif, so wie sie vonstatten ging, war ein humanitäres Verbrechen gegen Familien und Kinder, die zusammengebrochen sind und völlig zerstört wurden", sagte Katz. "In der Gegend, in der wir uns befinden, werden viele der Evakuierten aus Gusch Katif wohnen. Der Bau dieser Strasse ist das mindeste, was wir für sie tun können. Ich hoffe, dass der staatliche Ausschuss, der die Behandlung der Evakuierten untersuchen soll, alle ausfindig machen wird, die an der schändlichen Behandlung schuldig sind - von den höchsten bis zu den untergeordneten Rängen. Und ich hoffe, dass er dafür sorgt, dass sie strafrechtlich verfolgt werden. Ich schlage vor, dass der Ausschuss entsprechende Schritte einleitet, damit jene den vollen Preis zahlen."

Katz fügte hinzu: "Als Landwirtschaftsminister in der Regierung Scharon, noch vor dem Abzug aus dem Gazastreifen, warnte ich vor dem, was geschehen würde. Es ging um die Evakuierung von Familien in einem so kurzen Zeitraum, ohne eine entsprechende Alternative vorzubereiten. Trotz all meiner Warnungen gab es Ignoranz und keine Bereitschaft, den Zeitplan und die Art der Behandlung zu ändern." Er habe davor gewarnt, dass es den Evakuierten schlimmer ergehen werde als den Flüchtlingen der mit Israel verbündeten Südlibanesischen Armee nach dem Abzug aus dem Libanon. "Zu meinem Bedauern hatte ich Recht."

Zum Abschluss sagte der Minister: "Ich hoffe, dass diese Strasse und die Ortschaften, die derzeit gebaut werden, helfen werden, eine bessere Zukunft für die Familien der Evakuierten aus Gusch Katif zu bauen."

Im Sommer 2005 hatte Israel in einem einseitigen Schritt alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Ortschaften im Westjordanland geräumt.

Quelle: jns und Agenturen
9.Juni 2009


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