"Earth Day"

Sechs israelische Städte machten mit

Sechs israelische Städte haben sich an der weltweiten Aktion "Earth Day" beteiligt. Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Be´er Scheva, Dimona und Kfar Saba schalteten am Donnerstag in einem symbolischen Akt für eine Stunde ihre Lichter aus, um so auf die Gefahren der globalen Erwärmung aufmerksam zu machen.

Die Stadt Jerusalem veranstaltete während der Dunkelheit in der Altstadt eine Lichterschau, in der keine künstliche Energie verbraucht wurde. Abends gab es eine Ausstellung der Gesellschaft zum Schutz der Natur (SPNI). In der ungewöhnlichsten Veranstaltung stellte die nationale Lotterie die Mittel für die Durchführung des Balkan Beat Box-Konzertes, durch die Benutzung von Falafel-Öl, zur Verfügung. Ein Team von 24 professionellen Radfahrern fuhr mit Rädern, die mit einem von Falafel-Öl betriebenen Generator verbunden waren. Diese alternative Ressource stellte Energie und Licht für das Konzert bereit, das während der Dunkelheit auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv stattfand.


Umweltexperte fordert höhere Standards in Israel

Am Mittwoch hatte der Umweltexperte Zvi Levinson gegenüber der Zeitung "Jerusalem Post" geäussert, die israelischen Konzerne müssten gezwungen werden, höhere Umweltstandards einzuhalten, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Falls die israelischen Konzerne in Zukunft eine Wettbewerbschance in Europa haben wollten, sollten sie sich Gedanken über ihre naiven Produktionsprozesse und deren Produkte machen, so Levinson.

"Obwohl Europa nicht über Israel bestimmen kann, beschliessen sie doch, welche Produkte in Europa verkauft werden und welche nicht. Heutzutage sind die Europäer nicht nur daran interessiert, wie die Produkte hergestellt werden, sondern auch an dem Produkt selbst. Den Konzernen muss klar sein, dass sie vor dem finanziellen Ruin stehen, wenn sie in Bezug auf die chemische Zusammensetzung und die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte nichts tun", fügte er hinzu. Europa habe zurzeit eine führende Rolle in diesem Prozess übernommen, aber die USA könnten einen Aufholprozess starten: "Viele der Standards wurden in der Amtszeit von George W. Bush drastisch reduziert, aber jetzt schauen die Menschen gespannt darauf, was Präsident Barack Obama machen wird."

Ein Grossteil des israelischen Umweltrechtes beinhalte explizit Vorgaben aus internationalen Standards und Verträgen, die nun auch Israel erfüllen müsse: "Vielleicht mehr als in anderen Politikfeldern hängt das lokale politische mit dem internationalen Handeln zusammen", meinte Levinson. Viele der neuen Gesetze beinhalten mit der Luftreinhalte-Verordnung "Clean Air Act" einen weltweiten Standard. De facto wurde ein Teil der Gesetze aus anderen internationalen Gesetzen übernommen. Das könnte deswegen ein Problem werden, weil sie nicht für lokale Gegebenheiten geschaffen sind.

"Einige der Ansprüche sind zu streng für israelische Konzerne, um sofort umgesetzt werden zu können. Auf der einen Seite muss man sich bei der Gesetzgebung am internationalen Recht orientieren, auf der anderen Seite aber auch die heimischen Aspekte im Auge behalten", mahnte Levinson. Hinsichtlich der globalen Erwärmung und der Emissionen definiert die neue Verordnung Israel als ein "Entwicklungsland".

Der "Earth Day" wird seit 1970 international am 22. April begangen. In Israel feierte man diesen Tag, unter Berücksichtigung des Holocaust-Gedenktages, in diesem Jahr einen Tag später. Die "Earth Hour" wurde jeweils am letzten Samstag des Monats durchgeführt. Hier hatte Israel durch seine Intervention erreicht, dass der Tag an einem "Nicht-Sabbat-Tag" stattfindet.

Quelle: jns und Agenturen
24.April 2009


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