Der » Technion-Wissenschaftler Prof. Yoram Baram von der Fakultät für Informatik hat einen Apparat mit auditiver Rückmeldung entwickelt, der das Laufen für Multiple Sklerose (MS) Patienten erleichtert. Dieses Gerät kann auch die Laufbewegungen von Parkinson-Patienten unterstützen. Es
handelt sich um eine neue Version des vor gut zehn Jahren von Prof. Baram entwickelten Gerätes, das mit visueller Rückkopplung eine virtuelle Realität erzeugt und das Laufen dadurch erleichtert, dass es den Fußboden für die Patienten als Schachbrett mit verschiedenen Feldern erscheinen lässt.
Prof. Baram arbeitete mit Prof. Ariel Miller vom Rappaport-Fachbereich für Medizin am Technion sowie dem Multiple Sklerose- und Hirnforschungszentrum am "Carmel Medical Center" in Haifa zusammen, um die Auswirkungen seines Apparates auf die Laufqualitäten von MS-Patienten zu überprüfen. Die gemeinsame Arbeit wurde kürzlich im wissenschaftlichen Fachjournal “Journal of the Neurological Sciences” publiziert.
“Wir fanden heraus, dass die auditive Rückkopplung den MS- und Parkinson-Patienten eine wesentliche Hilfe beim Gehen ermöglichte, wenngleich sie auch eine geringere Auswirkung auf die Parkinson-Patienten hatte”, sagte Prof. Baram. “Die akustische Rückkopplung hilft den Patienten, weil das Laufen von einer Vielzahl von Geräuschen beeinflusst wird, die ein Mensch während des Gehens wahrnimmt. Gesunde Menschen haben andere Werkzeuge, ihren Gang zu kontrollieren, wie z.B. sensorische Rückkopplungen von Muskelnerven, die über die Muskelkontrolle anzeigen, ob einzelne Muskeln richtig eingesetzt werden.
Diese Rückkopplung ist bei MS- und Parkinson-Patienten geschädigt und funktioniert auch oft bei älteren Menschen nicht. Auditive Rückkopplung hilft uns, zu einem bestimmten Ort zu kommen. Das Gerät, das wir gebaut haben, hat die Größe eines Walkmans und wird am Gürtel getragen. Es misst die Körperbewegungen, verarbeitet sie in einem Computer und sendet Signale durch die Kopfhörer zum Patienten.”
Prof. Baram erläutert, dass der vor zehn Jahren entwickelte virtuelle Apparat die Schrittlänge beeinflusst, während der auditive Apparat sich vorteilhaft auf die Laufgeschwindigkeit auswirkt.
Mittlerweile sind beide Apparate zusammengeschlossen, so dass der Patient den visuellen Rücklauf über eine Art Brille bekommt und die akustischen Signale ihn über einen integrierten Kopfhörer erreichen.
“Unsere Erfindung lässt uns auch die Verarbeitung von Reizen besser verstehen, die an das Gehirn gesendet werden ", fügt Prof. Baram hinzu.
Der neue Apparat wird bereits in verschiedenen Kliniken in Israel und den USA eingesetzt.
Quelle: Technion, jns
12. April 2007
| zum Seitenanfang |
Weitere Berichte:
| zum Seitenanfang |
» Internet - ein sicherer Platz für Kinder?
» Druckbare Version









