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Entspannung und Erholung - Die Region am Toten Meer zieht immer mehr Touristen an und baut ihr Angebot auch für Familien aus

Das Tote Meer steckt mitten in einem touristischen Image-Umbau: Die Hotels der Region wollen vom reinen Gesundheits- und Behandlungstourismus abrücken und eine immer grössere Rolle im allgemeinen Inland-Feriengeschäft spielen.

Von » Irit Rosenblum

Jahrelang war überhaupt nichts geschehen in der Touristenregion am Toten Meer, abgesehen davon, dass durch den stetig absinkenden Wasserspiegel immer mehr Salzlöcher auftraten. Eilat war die bevorzugte Destination für Israeli, während das Tote Meer den Ruf eines «Gesundheitsressorts» erhielt. In letzter Zeit aber mehrten sich die Anzeichen, diese Region wiederzubeleben. Führende Hotelketten eröffnen neue Luxusherbergen am Toten Meer, immer mehr erstklassige Spa-Hotels nehmen ihren Betrieb auf, und sogar bekannte Fast-Food-Betriebe wie Aroma und Burger King sind heute dort zu finden.

Eine wichtige Touristendestination

Auch die Feriengäste haben begonnen, die Veränderungen zur Kenntnis zu nehmen. Gemäss einer im vergangenen Monat durchgeführten Umfrage bezüglich der Feriengewohnheiten der Israeli zeichnen sich neue Trends in den von Arbeitervereinigungen bevorzugten Destinationen ab. 40 Prozent dieser Vereinigungen nannten das Tote Meer als ihr beliebtestes Ziel; Eilat folgte mit 22 Prozent auf Platz zwei. Die Stadt am Roten Meer hat damit ihren Spitzenplatz auf der Rangliste der beliebten Ziele für organisierten Urlaub verloren. Dessen ungeachtet verzeichnete Eilat im Jahr 2006 mit 5,9 Millionen fast die Hälfte aller israelischen Übernachtungen, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das Tote Meer folgte mit 1,8 Millionen (plus acht Prozent) auf dem zweiten Rang. In der Region Totes Meer – Ein Bokek-Neveh Zohar gibt es 15 Hotels mit 4000 Zimmern. Einer der Hauptgründe, warum Eilat immer noch an der Spitze liegt, sind die angenehmen Preise. Arbeitervereinigungen, die eine grosse Anzahl an Zimmern «en bloc kaufen», ziehen Eilat immer noch vor. Im Gegensatz zu früher aber, als das Tote Meer nicht einmal als Option im Angebot figurierte, findet man heute schon einige Hotels aus dieser Gegend auf den Listen. Anders als noch vor einigen Jahren, als die Preise für Gruppenferien am Toten Meer um 30 Prozent über vergleichbaren Offerten in Eilat lagen, haben die Hotels am Toten Meer inzwischen ihre Preise für Aufenthalte während der Woche gesenkt. Prompt ist das Interesse bei Arbeiterorganisationen und Veranstaltern von Konferenzen gestiegen. Hinzu kommt, dass das Tote Meer nur rund zweieinhalb Fahrstunden vom Landeszentrum entfernt ist. Man kann auf den für Eilat unabdingbaren Flug verzichten, was die Ferienkosten beträchtlich senkt.

Bis vor kurzem war das Dienstleistungsangebot am Toten Meer ungenügend. Nicht einmal einen Geldautomaten (ATM) gab es. Auch die internationale Beratungsfirma Ernst & Young bezeichnete in einem für das israelische Tourismusministerium erstellten Bericht über das Ferienpotenzial des Landes die Restaurants, Geschäfte und Attraktionen am Toten Meer als «ungenügend». Heute gibt es einen ATM am Toten Meer, der sich allerdings in einem Hotelkomplex in Ein Bokek befindet und nur während der Öffnungszeiten des betreffenden Ladens zugänglich ist. Eine Filiale der Burger-King-Kette hat unlängst ihre Tore im Herod's-Komplex in Ein Bokek eröffnet, und eine Niederlassung von Aroma wird bald folgen. Bei Aroma weist man darauf hin, dass das Tote Meer in den letzten zwei Jahren zu einer wichtigen Touristendestination geworden ist, weshalb die Kette es als wirtschaftlich vernünftig betrachtet hat, sich dort zu etablieren. In Ein Gedi steht schliesslich die Vorbereitung für den Bau eines Yellow-Markts in vollem Gang. Auch dort wird der Feriengast Burger King und Aroma vorfinden. Die neuen Restaurants in den Hotels am Toten Meer werden den Tourismus am Toten Meer wesentlich beeinflussen. Bisher mussten die Urlauber Halbpension-Pakete kaufen, die neben dem Frühstück eine weitere Mahlzeit enthielten. Im Gegensatz dazu können die Besucher in Eilat sich mit einem Frühstücksarrangement begnügen (Bed and Breakfast) und ansonsten in die zahlreichen Restaurants der Stadt gehen, was die Kosten des Hotelaufenthaltes senkt.

Auch für Familien attraktiv

Die Fattal-Hotelkette weist darauf hin, dass die Angebote «alles inbegriffen» sich auch am Toten Meer immer grösserer Beliebtheit erfreuen und neben den Arbeitervereinigungen vermehrt auch Familien anziehen. Heute findet man am Toten Meer laut Fattal alle in Eilat verfügbaren Unterhaltungsattraktionen wie Shows auf hohem Niveau, Kinderclubs und Aktivitäten während des ganzen Tages. Hinzu kommen Angebote an Ausflügen für die ganze Familie sowie Kulturfestivals. Experten für den Inlandtourismus betonen, dass die Region des Toten Meers Dank einer qualitativen Verbesserung der Hotels heute das Image einer Gegend für Familienferien geniesst und sich nicht nur für ältere Semester oder Personen eignet, die wegen spezifischer Behandlungen ans Tote Meer fahren.

Zu den wichtigsten Veränderungen der letzten Zeit am Toten Meer gehört sicher die Ankündigung der von Verhandlungen der Isrotel-Kette über den Kauf des Caesar Premier Hotel. Bei Isrotel glaubt man nach eigenen Angaben an das touristische Potenzial des Toten Meers. Die Kette verfügt in ganz Israel über 2764 Zimmer in elf Hotels in Eilat, Tel Aviv, Mizpe Ramon sowie im Norden des Landes. Am Toten Meer ist die Isrotel bisher nicht vertreten. Vor kurzem öffnete zudem das Daniel Hotel der Tamares-Kette den Betrieb im ehemaligen Golden Tulip Hotel. Das Hotel verfügt über ein neues Spa namens Phytomer, das eine Kopie der ähnlichen Anlage im Daniel Hotel in Herzlia ist. Das Spa dehnt sich über zwei Stockwerke aus, von denen eines mit diversen Schwimmbecken belegt ist, die unter anderem Wasser des Toten Meeres mit Mineralien, Schlamm und Schwefel enthalten, zudem gibt es ein Jacuzzi, ein türkisches Bad, Saunas und ein Fitnesszentrum mit zahlreichen Geräten. Der andere Stock ist für Behandlungszimmer reserviert. Der Strand ist zu Fuss gut erreichbar. Für Familienurlauber im Hotel locken der Kinderclub, verschiedene Restaurants, eine Bowlingbahn, ein Raum mit Videospielen, eine toskanische Weinbar, ein Pub im schottischen Stil und bald auch eine Disco mit Live-Unterhaltung. Weitere Attraktionen, die das Hotel offeriert, sind Wanderungen in freier Natur, Jeepfahrten, Spaziergänge zu Sonnenauf- und -untergang am Toten Meer, sowie Ausflüge nach Masada und zu anderen Zielen.

Entspannung pur

Zusätzlich zum Trend, das Tote Meer touristisch Eilat anzugleichen, konzentrieren sich einige Hotels auf Ruhe und das besondere Spa-Erlebnis. Ein Beispiel dafür ist das Dead Sea Spa Club Hotel, das erste am Toten Meer betriebene Spa-Hotel der Prima-Kette. Dieses Hotel offeriert seinen Gästen ein Erlebnis, das sich mit einem Aufenthalt im Carmel Forest Spa oder im Seaview Hotel bei Rosh Pina vergleichen lässt. Statt den Gästen unendlich viele Aktivitäten zu bieten und sie mit Essen vollzustopfen, offeriert das Spa-Hotel Ruhe und Entspannung. Die Gäste des Nichtraucherhotels müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Mobiltelefone sind verboten. Das Herz des Hotels ist ein geräumiges Spa im marokkanischen Stil. Dort werden eine ganze Reihe von Massagen und Behandlungen offeriert, ein privates Jacuzzi, individuelle Schwefelbäder sowie eine trockene und eine nasse finnische Sauna, ein gedecktes und ein offenes Schwimmbad mit Wasser aus dem Toten Meer, ein offenes Bad mit Frischwasser, ein echtes türkisches Bad und ein grosses Fitnesszentrum. Frühstück wird bis um 12 Uhr serviert, und Tee ist ebenso den ganzen Tag über gratis erhältlich wie die Zeitung, Bademäntel und Hausschuhe.

Die besondere Offerte des Sheraton Dead Sea Hotel steht unter dem Namen «Seventh Heaven» («Siebter Himmel»). Für VIP-Gäste gibt es besonders ruhige Stockwerke mit Zimmern, in denen Bettwäsche aus Satin ist und die mit Kaffeemaschinen, Produkten der Schönheitskosmetik, Bademänteln, Hausschuhen und einer gefüllten Mini-Bar bestückt sind. Der Eintritt zum Schwefel-Pool ist ebenso wie eine Behandlung für ein Paar gratis, und am Freitagmorgen wird dem Gast ein Glas frisch gepresster Orangensaft ins Zimmer gebracht. Das Spa des Sheraton offeriert 36 verschiedene Behandlungsarten und eine «Royal Treatment Suite». Auch das Crowne Plaza Dead Sea Hotel schwimmt mit auf der «ruhigen Welle», hat es doch sein oberstes Stockwerk zum «ruhigen Stock» erklärt, das Paaren ohne Kinder vorbehalten ist. Gäste in diesen Zimmern erhalten einen Früchtekorb, eine Flasche Wein, Pralinen und eine Badetasche mit einer Auswahl an Schönheits- und Gesundheitsprodukten, die auf natürlichen Substanzen und aromatischen Ölen basieren. Zudem wird diesen Gästen eine Reduktion auf Behandlungen und Bestellungen aus den Restaurants gewährt. In den anderen Stockwerken des Crowne Plaza Dead Sea Hotel wohnen Kinder bis 13 Jahre gratis im selben Zimmer wie ihre Eltern.

Quelle: tachles
25. Februar 2007

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