Länge des Streckennetzes soll bis 2010 um die Hälfte steigen
Das Fahrgastaufkommen der israelischen Eisenbahn (» http://www.israrail.org.il) hat im Jahre 2006 erstmals die Marke von 30 Mio. überschritten und sich damit innerhalb von zehn Jahren versechsfacht. Bis 2017 ist eine weitere Zunahme auf 110 Mio. Reisende geplant. Die schnelle Expansion wird von massiven Investitionen in das Schienennetz und Züge begleitet. Auch die Zahl der Bahnhöfe nimmt beständig zu.
Bis Ende 2010 wird der Umbau des israelischen Eisenbahnnetzes von einem weitgehend auf die Mittelmeerküste begrenzten Beförderungssystems in ein auch die peripheren Landesteile umfassendes Streckennetz weitest gehend abgeschlossen sein. Nicht zuletzt werden in den kommenden Jahren mehrere west-östlich verlaufende Bahnstrecken gebaut. Im Norden handelt es sich um die Trans-Galiläa-Strecke vom Ballungsraum Haifa nach Karmiel. Etwas südlich davon soll die so genannte Täler-Bahn Haifa mit Beit Shean in der Jordantalsenke verbinden. Im Landeszentrum erhält Jerusalem neben dem bestehenden, wegen langer Reisezeiten jedoch kaum genutzten Bahnanschluss nach Tel-Aviv auch eine schnelle Anbindung an die Mittelmeermetropole. Im Süden hat die Negev-Wüste in den letzten Jahren bereits einen Bahnanschluss bekommen, doch wird das Bahnnetz weiter ausgebaut.
Die Expansion wird zu einer erheblichen Ausdehnung der Gleislänge führen. Nach Angaben der staatseigenen Bahngesellschaft Israel Railways Ltd. betrug das Streckennetz Ende 2006 insgesamt 984 km: 909 km Haupt- und Nebengleise sowie 75 km Zubringengleise. Bis 2011 steigt die Gesamtlänge der Gleise um die Hälfte auf rund 1.500 km. Dabei werden Doppelgleise doppelt gezählt. Im Jahre 2006 lag die Länge der Doppelgleise bei 347 km. Auch beim anstehenden Ausbau werden einige Strecken nicht verlängert, sondern durch zusätzliche Gleise erweitert.
Die Verkehrsdichte im Bahnnetz nimmt ebenfalls zu. Im Jahre 2012 sollen 600 Züge pro Tag verkehren. Das entspräche mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2005, in dem durchschnittlich 290 Züge pro Tag eingesetzt wurden. Infolge des expandierenden Streckennetzes nimmt die Zahl der Bahnhöfe ebenfalls zu. Bis Ende des Jahrzehnts werden voraussichtlich zehn neue Bahnhöfe errichtet.
Zugleich ist die Bahn um eine Erhöhung ihrer Pünktlichkeit bemüht. In der ersten Hälfte des Jahres 2006 wurde eine Pünktlichkeitsquote von 90% erreicht. Wie aus einem von der Bahngesellschaft durchgeführten internationalen Vergleich hervorgeht, entsprach dies dem in Deutschland zu verzeichnenden Niveau. Allerdings soll das Ergebnis künftig verbessert werden. Zu diesem Zweck investiert die Bahn in moderne Informations- und Signaltechnik. Auch der steigende Bestand an Zügen soll die bestehende Überbelastung abbauen und damit einen Beitrag zu höherer Pünktlichkeit leisten.
Fahrgastaufkommen der israelischen Eisenbahn 1997 - 2017 (ausgewählte Jahre) Jahr Reisende (Mio.)
1997 5,6
2000 12,7
2003 19,8
2006 30,3
2010 *) 65,0
2017 *) 110,0
*) Prognose
Quelle: Israel Railways
20 Februar 2007
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