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Geschäftsführer, Gadgets und Israelis haben die Münchner Internet-Konferenz DLD erobert: » http://www.dld-conference.com

„Im vergangenen Jahr war die DLD-Konferenz eine Veranstaltung mittlerer Größenordnung, mit einigen Hundert Leuten, hauptsächlich jugendlich gekleidete Internetunternehmer. Dieses Jahr ist es eine große Konferenz und man sieht hier hauptsächlich Geschäftsführer großer Firmen, meist in Anzügen“, berichtete ein Teilnehmer. Diese Unterschiede, die viele Besucher der Konferenz für digitale Erneuerung DLD (Digital, Life, Design) ansprechen, spiegeln die Stimmung in der Welt und in Europa in Bezug auf das Internet und die Geschäfte, die es nach sich zieht, wider. Nach einer Überprüfung der Aktienkurse erlebt das Internet ein Come-back und zieht nicht nur Jugendliche und Start-up-Firmen an, sondern auch Tausende alteingesessen Firmen, die einsehen, dass ihr Geschäft von Internet profitieren kann.

Es sind noch andere Dinge zurückgekehrt. Eins davon ist der Begriff „New Economy“ gegenüber der „Old Economy“. „New Economy“ haben wir zum letzten Mal 2001 gehört. Der Begriff ist mit dem Platzen der Seifenblase verschwunden, das den Aktienzusammenbruch und die Schließung von Hunderten Firmen begleitet hatte. Damals war man zu der Einsicht gekommen, dass auch eine Internetfirma Einnahmen und Gewinn haben muss, um auf Dauer zu bestehen. Auf der DLD-Konferenz spricht man wieder über die „New Economy“, und wieder versucht man zu verstehen, ob der Erfolg der Firmen der „New Economy“ die Existenz der Firmen der „Old Economy“ bedroht oder eher neue Märkte schafft, die es den Firmen beider Ären ermöglicht, Seite an Seite zu existieren.

Eine weitere Neuerung auf der Konferenz sind die Israelis. Sie kamen in Massen, voll Begeisterung und mit dem Wunsch, ihre Ideen und Entwicklungen den Kollegen aus Europa vorzustellen. Von ca. 1.300 Konferenzteilnehmern kamen nicht weniger als 60 aus Israel, und dort aus allen Bereichen der Hightech-Industrie. Nicht wenige reisten unter der Schirmherrschaft des Investors Yossi Vardi an, einem der beiden Vorsitzenden der Konferenz seit deren Gründung. Vardi ist so etwas wie die treibende Kraft hinter der Konferenz, zusammen mit Hubert Burda, dem Inhaber des deutschen Medienkonzerns und Herausgeber des „Fokus“.

Unter den langjährigen Besuchern gibt es natürlich Unternehmer, die freundlich Visitenkarten verteilen, doch Leute wie Rami Kalish von Pitango Venture Capital und erfahrene Medien-Berater wie der Inhaber von Taya Communications Ltd., Ami Ganigar. Vardi selbst ist auch für den kreativeren Teil der Konferenz verantwortlich, wie für den Auftritt der Entertainer Ofek und Segev Shilton, die das Publikum begeisterten, oder ein Wasserball-Turnier in voller Kleidung, das im Schwimmbad des Hotels in der Nähe der Konferenz stattfand.

Alle sind zur Konferenz gekommen mit der letzten Generation der Gadgets. Die Telefone laufen bereits heiß, denn alle nutzen ihre Mobiltelefone um E-mails zu schicken, zu surfen, fernzusehen und zu fotografieren - und darum drehen sich auch die Gespräche: wie man billiger telefoniert, wie man im Handy mehr sehen kann und wie das Handy den Gebrauch des Internets beeinflusst. Wenn es Nachfrage, Interesse und das Geld großer Firmen gibt, könnte in Zukunft auch der revolutionäre Underground-Charakter der Internet-Konferenz ein Stück weit verloren gehen. So wurde z.B. bekannt, dass ein Blogger die Teilnahme an der Konferenz absagte, nur weil das Flugticket, das ihm geschickt wurde, ein Ticket für die Business-Klasse war und nicht für die First Class.

Quelle: jns, Haaretz
15. Februar 2007

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