Mit einem neuen Verfahren kann der Wahrheitsgehalt von Handschrift beurteilt werden. Die israelischen Forscher halten ihr System für deutlich genauer als den herkömmlichen Lügendetektor.
Wie gross ist der Wahrheitsgehalt eines geschriebenen Satzes? Israelische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, um Parameter von Handschriften objektiv zu messen.
ComPET» (Computerized Penmanship Evaluation Tool) nennt sich das neue Gerät. Das «computerisierte Schreibkunst Auswertungwerkzeug» verfügt über eine drucksensible Schreibtafel, mit der individuelle Eigenheiten festgestellt werden können. Einige dieser Eigenheiten sind nur sehr schwer oder gar nicht gedanklich zu kontrollieren, schreiben Gil Luria und Sara Rosenblum in der Novemberausgabe des Fachjournals «Applied Cognitive Psychology».
Einfache Parameter mit hoher Aussagekraft
Gemessen wurden unter anderem, wie das zeitliche Verhältnis «Stift auf der Schreibfläche/Stift in der Luft» ist, die Länge, Höhe und Dicke jeden Strichs und der Druck der Stiftspitze auf die Unterlage. Die Hauptautoren von der Universität Haifa fanden heraus, dass sich die genannten Parameter verändern, wenn jemand einen unwahren Satz schreibt.
Die Handschrifterkennung könnte in Zukunft den klassischen sprachbasierten Lügendetektor ablösen. Die Verwertbarkeit herkömmlicher Tesergebnisse ist zurzeit sehr mässig. Deshalb ist der Lügendetektor in Deutschland seit 1954 in Strafprozessen verboten. Die neue Handschrifterkennung ist aus Sicht der Autoren deutlich präziser und könnte auch in juristischen Verfahren eingesetzt werden. Wann das Gerät Einzug in die gerichtliche Praxis hält, ist aber noch nicht absehbar.
Den Mossad wird's freuen
Das Institut der Universität Haifa, an dem Frau Rosenblum arbeitet, nennt sich «Department of Occupational Therapy/Faculty of Social Welfare and Health Science». Übersetzt heisst das soviel wie «Abteilung für Beschäftigungstherapie der Fakultät für soziale Wohlfahrt und Gesundheitswissenschaften». Das dort von Rosenblum und Luria entwickelte Gerät scheint aber eher für eine Nutzung in Gerichtsverfahren oder durch den israelischen Geheimdienst Mossad geeignet zu sein. Wer das Projekt finanziert hat und wo genau sich darin der Aspekt der «öffentliche Wohlfahrt» findet, wissen die Götter…
Quelle: jns und Agenturen
5.September 2009
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