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hat sich das Kursniveau in den vergangenen Wochen stabilisiert, trotzdem hat der Einbruch in der ersten Januarhälfte die Stimmung der Börsianer erheblich gedämpft. Der israelische Aktienmarkt, der aus systematischen Gründen in der Kategorie der Schwellenbörsen geführt wird, hat mit seiner Schwächephase im Grunde nur mitvollzogen, was in den meisten Schwellenländern und auch an den etablierten Börsen geschah.

Strategen weisen darauf hin, dass die Börse in Tel Aviv in der Vergangenheit trotz aller politischen, monetären und konjunkturellen Widrigkeiten eine erstaunliche Fähigkeit bewiesen hat, nach Schwächeanfällen rasch wieder auf die Beine zu kommen.

Charttechnischer Knacks

Ein für Anleger wichtiger Aspekt, der immer wieder hervorgehoben wird, ist die seit etwa zwei Jahren zu beobachtende Aufwertung des israelischen Schekel gegenüber dem amerikanischen Dollar. Sie spreche nicht nur für robuste israelische Exporte, sondern auch für Kapitalzuflüsse, heisst es.

Aus charttechnischer Sicht könnte nach Ansicht von Analysten der Eindruck entstehen, als habe die vor fünf Jahren entstandene Hausse einen Knacks erlitten. Jedenfalls habe es während der gesamten Aufwärtsbewegung, absolut betrachtet, keinen grösseren Rückschlag gegeben als den, der sich seit November 2007 ereignet habe, heißt es.

In diesem Zeitraum ist der 100 Werte umfassende Index der Börse von Tel Aviv (TA 100) von 1189 Punkten auf 984 Punkte gefallen. Die nun charttechnisch in Frage gestellte Hausse hatte im März 2003 bei einem TA-100-Stand von gut 300 Punkten begonnen. Die vorausgegangene Hausse, die sich fast über das gesamte zurückliegende Jahrzehnt erstreckte, hatte ihn von rund 100 Punkten auf fast 600 Punkte getragen. Am Montag lag der Index bei gut 1000 Punkten.

Wenig Liquidationsbedarf

Im vergangenen Jahr hatte die Börse in Tel Aviv, in amerikanischen Dollar gerechnet, um knapp 36 Prozent zugelegt. Damit lag der israelische Markt etwa im Mittelfeld der Schwellenmärkte, was Strategen ausreicht, um von einer unterdurchschnittlichen Entwicklung zu sprechen.

Aus technischer Sicht ist von Bedeutung, dass israelische Aktien untergewichtet in den Portefeuilles institutioneller Anleger vertreten sind. Daraus kann geschlossen werden, dass im Falle einer weiteren Schwäche kein dringender Liquidationsbedarf bestehen dürfte. Das vergleichsweise geringe Interesse institutioneller Anleger, das unter technischen Analysten als positiver Kontraindikator gilt, lässt sich unter anderem damit erklären, dass der israelische Aktienmarkt im Schwellenmarktindex MSCI der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley mit einer Gewichtung von nur 2,2 Prozent enthalten ist.

Schwerter und Pflugscharen

Die Börse in Tel Aviv bietet einige Aktiengruppen und einzelne Papiere, die nach Meinung von Strategen durchaus einen Platz in einem international gestreuten Portefeuille verdienen. Viele von ihnen werden außerhalb des Landes, vor allem in New York, reger gehandelt als in Israel selbst.

Als besonders attraktiv gelten die Sektoren Technologie (inklusive des Rüstungsbereichs), Pharma und die Agrarwirtschaft. Aufgrund der Getreideknappheit im Land steht der Agrarsektor unter besonderer Beobachtung. Viele israelische Agrarunternehmen verfügen über große Erfahrung im Kultivieren von kargen Böden. Analysten erwarten, dass dieses Know-how und die eingesetzten Ressourcen, angefangen vom Wasser über Saatgut bis hin zu Chemikalien, in Zukunft international stark gefragt sein werden.

Auch der Rüstungssektor gilt als interessant. Immer mehr Strategen gehen davon aus, dass viele Staaten einen Nachholbedarf bei der Beschaffung „intelligenter“ militärischer Waffensysteme haben werden, die in Israel entwickelte und gefertigte Komponenten enthalten.
Bildmaterial: FAZ.NET, picture-alliance / dpa
Quelle: FAZ, jns
19.Februar 2008

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