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Auf der Luftfahrtschau von Le Bourget bei Paris werden Ideen ausgetauscht und Geschäfte gemacht

Vertreter israelischer Rüstungsfirmen unterschrieben an der dreitägigen Luftfahrtschau von Le Bourget bei Paris Verträge im Gesamtwert von rund 800 Millionen Dollar. Zahlreiche Kontakte wurden geknüpft und ausgebaut.

Von » Ora Coren

Im Showroom der Firma kletterte der Roboter von Elbit Systems die Treppe hoch. Die Zuschauer haben soeben Bekanntschaft mit Elbits freundlichem Roboter gemacht. Er hat das Aussehen eines Spielzeugautos. Seine Aufgabe besteht darin, bei gefährlichen Missionen anstelle eines Soldaten zu agieren. Dank seiner kleinen Gestalt kann ein Soldat den Roboter problemlos auf dem Rücken tragen und ihn per Fernsteuerung in gefährliches Terrain entsenden. Fotografien werden in «real time» übermittelt, wodurch die Soldaten sich rasch mit dem feindlichen Territorium vertraut machen können. Die israelische Armee, die zwei der Roboter zu Testzwecken erhalten hat, findet offenbar so viel Gefallen an den Exemplaren, dass sie nicht bereit war, sie rechtzeitig für die dreitägige Luftfahrtschau von Le Bourget zurückzuschicken.

Gute Position sichern

Die Pariser Luftfahrtschau dient der Rüstungsindustrie als Anlass, an dem Geschäfte entstehen und professionelle Ideen ausgetauscht werden. Israel, das weltweit den fünften Rang bei Rüstungsexporten einnimmt, kam nach Paris, um sich seine Position für die kommenden Jahre zu sichern. Der Erfolg an der Schau wird nicht anhand der unterzeichneten Verträge bemessen, sondern eher daran, ob Kontakte gefestigt werden und Verkäufe vorangetrieben werden konnten. «Alles, was im Sicherheitsbereich weltweit Rang und Namen hat, trifft sich hier», sagt Yossi Ben Hanan, der für die Exporte des Verteidigungsministeriums verantwortlich zeichnet. «Man kommt zusammen, tauscht Ideen aus und vereinbart weitere Treffen. Mir gelingt es, hier in einer Woche mehr zu erledigen als in zwei Monaten innerhalb des Ministeriums. Bei unseren Geschäften basiert alles auf dem persönlichen Kontakt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr die Tatsache, persönlich diesem Kreis anzugehören, Entscheidungen im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar beeinflussen kann. Der Rüstungshandel basiert auf tiefem Vertrauen, politischen Interessen und der Fähigkeit, Geheimnisse zu bewahren.»

Sitzungs-Marathon

Während der ganzen Schau von Le Bourget sass Ben Hanan jeden Tag rund um die Uhr mit potenziellen Geschäftspartnern zusammen. Auch Elbit-Präsident Mickey Federmann und der Verwaltungsratsvorsitzende Joseph Ackerman absolvierten einen Sitzungs-Marathon. «Die in jedes Treffen investierte Energie ist enorm», erklärt Ben Hanan, «denn vor der Tür wartet ein Konkurrent, den der Kunde, mit dem ich gerade spreche, treffen wird, sobald meine Unterredung mit ihm beendet ist.»

Geben und nehmen

Die Delegation des israelischen Verteidigungsministeriums war in einem zweistöckigen Büro domiziliert, von dessen Balkon aus man mehrere Reihen der Luftfahrtschau überblicken konnte. Ben Hanan bestätigt, dass unter anderem ein Kommandant der angolanischen Luftwaffe zu Besuch war. «Wir haben einiges in Angola laufen», meinte er bewusst vage. Ben Hanan kam auch mit den Spitzen einiger führender Konzerne zusammen, angefangen bei Boeing Integrated Defense Systems über Northrup Grumman bis hin zu Pratt and Whitney und Lockheed Martin. Darüber hinaus gab es Gespräche mit Vertretern der Sicherheitsorgane von Frankreich, Spanien, Indien und Rumänien. «Ich sass mit einem Mann zusammen, für den der Kauf eines neuen Düsenjägers oder Satelliten eine strategische Entscheidung ersten Ranges bedeutet. Er hörte von der Lancierung unseres Spionagesatelliten und bekundete Interesse an einer Kooperation auf diesem Gebiet.»

Konzernen gegenüber unterstreicht Ben Hanan immer die Bedeutung gegenseitiger Käufe. «Pratt and Whitney beispielsweise liefern die meisten Motoren für die Düsenjets der Luftwaffe. Es ist, so denke ich, nur fair, zu erklären, wie die Käufe unserer militärischen Ausrüstung von der Kooperation mit israelischen Industriekonzernen beeinflusst werden und wie die israelische Luftfahrtindustrie oder Beth Shemesh Engines als deren Vertragsunterhändler fungieren können.» Es ist eben alles ein Geben und Nehmen in diesen Sphären. Nach Angaben von David Arzi, dem Leiter des Israel-Export-Institutes, haben israelische Firmen während der Schau von Le Bourget Verträge im Gesamtwert von rund 800 Millionen Dollar unterzeichnet. Details einiger der Deals sollen demnächst veröffentlicht werden. Einer betrifft die Übereinkunft zwischen Elbit Systems und einer italienischen Firma, die Kooperation bei der Entwicklung von Verteidigungssystemen fortzusetzen und diese gemeinsam zu beenden.
Quelle: tachles, jns

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