Videocommunities wie YouTube gehören zu den beliebtesten Seiten im Internet. Doch der Spaß am Anschauen von Clips wird oftmals durch ruckelnde Filme gebremst. Schuld ist das sogenannte Buffering von Videos, also das Zwischenspeichern auf dem eigenen Rechner, das trotz schneller Internetverbindungen ziemlich lange dauern kann. Das sieht man daran, dass sich der Statusbalken unter den Filmen nur langsam aufbaut.
Erst wenn dieser vollständig gefüllt ist, kann der User innerhalb des Clips schnell nach vorne springen, zum Beispiel zum Ende. Damit soll nun die Software einer israelischen Firma Schluss machen. Die Idee: Der Video Accelerator (auf Deutsch etwa: Video-Beschleuniger) speichert die Daten der Videos schneller ab, sodass der Film sofort angesehen werden kann. Ruckelnde Bilder sollen damit der Vergangenheit angehören, sagen die Entwickler.
ICQ-Investor mit im Boot
Hinter dem Video Accelerator steckt eine Firma aus Israel, SpeedBit. Ihr erstes Programm, der Download Accelerator Plus (DAP), beschäftigte sich 1999 mit dem schnelleren Download von Software aus dem Netz. 140 Millionen User haben sich nach Unternehmensangaben dieses Tool und seine Folgeversionen bis heute heruntergeladen.
Doch der Video Accelerator soll diesen Erfolg toppen. Innerhalb von knapp 50 Tagen hätten sich weltweit eine Million Menschen das Tool heruntergeladen, sagt der israelische Unternehmer Joseph Yossi Vardi, einer der Investoren von SpeedBit. Vardi hatte Ende der 90er-Jahre eine Revolution im Web finanziert: den ersten Instant Messenger ICQ. „Ich kann mich an keine ähnlich spannende Entwicklung seit den ersten Tagen von ICQ erinnern“, sagt er über seinen Videobeschleuniger.
Bandbreite beim Zwischenspeichern wird optimiert
Der Video Accelerator ist eine Betaversion und funktioniert bislang nur mit den Video-Webseiten YouTube, DailyMotion, MetaCafe und Grouper. Das Tool muss auf den Computer heruntergeladen werden und schaltet sich automatisch an, wenn ein Video betrachtet wird. Das Programm optimiert die vorhandenen Ressourcen – und damit die Bandbreite beim Download und das Zwischenspeichern der Daten – ohne dass der User etwas davon merkt. Es gibt auch eine kostenpflichtige Version der Software für die Nutzung von iTunes, später sollen weitere Seiten hinzukommen.
Mit der Software will SpeedBit auch den Download von größeren Videos aus dem Internet revolutionieren. Die Firma verspricht, dass es künftig möglich sein soll, einen kompletten Film mit einer Größe von 1,5 Gigabyte innerhalb von höchstens 20 Minuten aus dem Web zu laden. Das würde dann den kostenpflichtigen Download von TV-Serien oder Filmen sowohl für Nutzer als auch für Firmen wesentlich interessanter machen als heute.
Von Claudia Frickel
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