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Verzicht: Rabbiner Padwa zieht seine Kandidatur zurück

In der Suche nach einem neuen Rabbiner für die IRGZ ist ein weiteres Kapitel geschrieben worden. Präsident José Rhein sowie ein weiteres Vorstandsmitglied treten zurück, und Rabbiner Pinchas Padwa verpflichtet sich, seine Kandidatur für das Rabbineramt zurückzuziehen.

Von » Diego Oppenheim

Wie sich bereits abgezeichnet hatte, musste Rabbiner Pinchas Padwa dem fortlaufend steigenden Druck nachgeben. Die massiven Drohungen, bestehend aus zahlreichen Briefen, sein Ansehen im Bereich der Kaschrut derart schlecht zu machen, dass sein Hechscher an Glaubwürdigkeit verlieren würde, zwangen ihn, seine Kandidatur zurückzuziehen. Dies vor allem auch deshalb, weil diese Aufgabe zu seiner jetzigen Haupteinnahmequelle zählt. Rabbiner Padwa wird jedoch weiterhin in einem Anstellungsverhältnis für den Bereich Kaschrut für die Israelitische Religionsgemeinschaft Zürich (IRGZ) tätig bleiben.

Krise in der IRGZ

Rücktritt, Verzicht und Neuwahlen

Ein Ausschuss der Gemeinde legte IRGZ-Präsident José Rhein sowie einem weiteren Vorstandsmitglied, Shaja Leiner, am vergangenen Wochenende eine Vereinbarung vor (vgl. Kasten), die von Rabbiner Padwa und Rabbiner Schmerler bereits unterzeichnet wurde. Dieses Schreiben soll den Konflikt zwischen den beteiligten Parteien vorerst beenden. Der Inhalt dieser Abmachung ist aber laut der Einschätzung eines externen und unabhängigen Anwalts sehr allgemein und unverpflichtend formuliert. Vor allem die Formulierungen, dass «namensschädigende Aktivitäten auch durch Dritte zu verhindern» sind oder «soweit dies in ihrer Macht steht» sind beliebig zu interpretieren und für eine derartige Abmachung nicht hinreichend.

Kurz nach ihrer Unterschrift zogen IRGZ-Präsident José Rhein und Shaja Leiner die Konsequenzen ihres eingeschlagenen Weges und traten aus dem Vorstand zurück. Der Druck seitens der Gemeinde war für die betroffenen Vorstandsmitglieder zu gross geworden, so dass sie mit dem Rücktritt ihrer Abwahl zuvorgekommen sind. Diese nämlich war als Traktandum Nummer eins für die Gemeindeversammlung von gestern aufgelistet. Rabbiner Padwa sowie der zurückgetretene Präsident José Rhein waren zu einer Stellungnahme nicht bereit.

Mit den Neuwahlen wird ein neuer Vorstand bestellt, dessen wichtigste Aufgabe es sein wird, das Vorgehen der Rabbinerwahl zu überdenken und weiter voranzutreiben. Von den potentiellen Kandidaten wird offenbar ein Modell angestrebt, den neuen Vorstand so zusammenzusetzen, dass auf die Position eines eigentlichen Präsidenten verzichtet wird und alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Gleichzeitig ist damit die Hoffnung verknüpft, wieder ein wenig Ruhe in die Gemeinde zu bringen und sich mit adäquatem Verhalten um die wichtige Aufgabe der Rabbinerwahl zu kümmern. Die Liste von möglichen Kandidaten wird jedoch mit den jüngsten unrühmlichen Vorkommnissen in der IRGZ nicht länger.

Trotz dieser Neuwahlen gibt es eine wachsende Gruppe von Mitgliedern in der IRGZ, die weiterhin ihren Austritt aus der Gemeinde vorbereit. Die Ereignisse vergangener Wochen haben diese Mitglieder in ihrem Willen bekräftigt, nach geeigneten alternativen Möglichkeiten zu suchen. Es bleibt die Zuversicht, dass es dem neuen Vorstand gelingen wird, in einem fairen Verfahren und in absehbarer Zeit eine geeignete Rabbinerlösung zu finden, die den Vorstellungen aller Spektren der IRGZ entspricht.

IRGZ-Vereinbarung: Der Wortlaut

1. Raw P. Padwa zieht seine Kandidatur als Rabbiner für das Rabbinat der IRGZ zurück und verpflichtet sich, für die jetzige Vakanz nicht mehr als Kandidat zur Verfügung zu stehen, auch nicht für eine Partnerlösung.

2. Raw Schmerler und der Vorstand der IRGZ verpflichten sich, jegliche direkte oder indirekte namensschädigende Aktivität auch durch Dritte gegen die Person von Raw P. Padwa zu verhindern und zu unterbinden, soweit dies in ihrer Macht steht. Das angestrebte Begehren, an ein Bet-Din zu gelangen, wird endgültig verhindert.
© 2001 - 2005 » tachles Jüdisches Wochenmagazin

Letzte Änderung am Mittwoch, 1. Juni 2011 um 22:14:49 Uhr.

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