message salon downtown präsentiert
Karin Müller: Inkognito, 2009 s/w inkjet-print, 841 x 1189 mm
Karin Müller - Remote Controlled
Vernissage Samstag 28. November, 19–23 Uhr
Mit Konzert von Franziska Koch und Roland Saum
Ausstellung 28. November bis 11. Dezember 2009
Finissage Freitag 11. Dezember 17–22 Uhr
Ausstellung offen
Freitag und Samstag 14–18 Uhr
Mittwoch 18–23 Uhr, mit Bar
Remote Controlled ist der Titel der neuen, zweiteiligen Videoarbeit von Karin Müller. Thematisch dreht sich diese, speziell für die Ausstellung im message salon entstandene Arbeit um den Krieg. Die Künstlerin verwendet in ihren Video-Collagen Filmsequenzen aus Kriegs-, Action-, und Science-Fiction-Filmen. Mittels der Technik des Loop und der Gegenüberstellung von exakt ausgewählten Filmsequenzen erzeugt Karin Müller mit Bild und Ton eine Situation der Beklemmung und Ausweglosigkeit. Der Krieg, beziehungsweise der Krieg im Spielfilm, dessen Ikonografien und Metaphern werden aufgespürt und überhöht.
Im grossen Raum der Perla-Mode stehen sich zwei Videoprojektionen gegenüber. Die Video-Collagen Sonnenkrieger und Gong treiben ein Spiel mit dem Paradox von Kitsch und Grausamkeit und hinterfragen und demontieren Heldentum und Machismo. Die Sonne ist das Symbol des Lebens. Wenn abends die Sonne untergeht, verschwindet mit ihr jeweils auch ein Stück Leben. Der Sonnenuntergang wird im Film auch oft als ein Stilmittel verwendet, um den nahenden Tod, das Ende, zu symbolisieren. Der Sonnenuntergang ist jedoch auch ein Inbegriff von Kitsch – einem einfachen Weg, Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Kitsch steht jedoch auch im Zusammenhang mit Konfliktlosigkeit, Verlogenheit und Wirklichkeitsflucht.
Die Installation im Keller besteht aus sechs verschiedenen Loop-Arbeiten auf Monitoren. Die Installation behandelt im weitesten Sinne den Befehl als Teil eines absurden und brutalen Spiels. Jeder Krieg funktioniert auf der Basis von Befehlsketten. Immer und immer wieder hören wir aus einem Monitor die Sätze «we have orders!» «orders? whose orders?». Ein Mann hämmert aus Verzweiflung an die Wand seiner Zelle. Die repetierten Sätze und das Hämmern vermischen sich mit der bedrohlichen Geräuschkulisse der anderen Loops. Durch die Zwanghaftigkeit der Wiederholung in Bild und Ton entsteht beim Betrachter ein Gefühl der Aussichtslosigkeit.
Im ersten Stock, im message salon downtown, präsentiert Karin Müller eine Auswahl ihrer Fotografien in schwarz-weissen, grossformatigen Posterprints. In der Selektion und Anordnung der Fotografien zeigt sich Karin Müllers Interesse an der Bedeutung des Bildes, seiner Symbolkraft und Lesbarkeit. Die Bilder verbreiten eine Atmosphäre einer eigentümlichen Melancholie und Verlorenheit, die manchmal gar in eine Lächerlichkeit zu kippen droht. In Karin Müllers Fotografie sucht das Ungeschönte, das normale Dasein nach Bedeutung und Dringlichkeit.
Karin Müller hat die Künstlerin und Musikerin Franziska Koch und den Musiker Roland Saum eingeladen, während der Vernissage in der Installation Remote Controlled zu spielen. Die Performance wird auf die räumlichen und inhaltlichen Vorgaben von Karin Müllers Arbeit reagieren, die Performance setzt die Technik der Fragmentierung sowohl musikalisch wie auch formal-räumlich um.
Karin Müller hat seit 1995 immer wieder im message salon ausgestellt.
» http://old.likeyou.com/messagesalon_karinmueller/index.html
» http://old.likeyou.com/messagesalon_karin_mueller/index.html
Vor zwei Jahren zeigte Karin Müller in der Perla-Mode die Performance Born to Lose, ein Videoscreening mit geladenen Livemusikern. » http://old.likeyou.com/messagesalon_karinmueller_07/
Website Karin Müller: » http://www.karinmuller.info
Ich freue mich auf ein Wiedersehen im message salon downtown!
Esther Eppstein
message salon downtown
Perla-Mode, Langstrasse 84/Brauerstrasse 37, CH-8004 Zürich
Tram 8/Bus 32 bis Helvetiaplatz
» http://www.likeyou.com/messagesalon
» http://messagesalon09derfall.wordpress.com/ NEU!!! Zum Gerichtsfall
Esther Eppstein braucht finanzielle Unterstützung. Trotz der gerichtlich zugesprochenen Entschädigung bleiben Anwaltskosten offen. Mit dem Kauf von Kunst oder dem Einzahlen eines beliebigen Betrags auf das message salon Postcheckkonto ist direkte Unterstützung für Esther Eppstein und den message salon möglich. Solidarität mit message salon: Esther Eppstein, 8006 Zürich, PC: 80-79258-9.
Weitere Berichte: