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Seit Sonntag wird in Leipzig die 8. Jüdische Woche begangen. Wie die Leiterin des städtischen Kulturamtes, Susanne Kucharski-Huniat, sagte, werden rund 100 Veranstaltungen rund um die Kultur und die Religion des Judentums stattfinden. Damit gebe es 40 Programmpunkte mehr als vor zwei Jahren, auch die Zahl der Mitwirkenden habe sich um zehn auf 46 erhöht.

Viele Veranstaltungen der 8. Jüdischen Woche werden im neueröffneten Begegnungszentrums stattfinden

Erstmals wird die Jüdische Woche in dem neuen Leipziger Gemeindezentrum eröffnet. Das Ariowitsch-Haus war nach jahrelangem Umbau am 15. Mai feierlich eingeweiht worden. Bis 28. Juni werden nun mehrere Tausend Gäste zu der Kulturwoche erwartet, unter ihnen auch 23 ehemalige liepziger Juden, die während der NS-Herrschaft aus der Stadt geflohen waren. Sie besuchen ihre ehemaligen Wohnorte, Schulen und die jüdischen Friedhöfe. Einige der ehemaligen Leipziger haben zugesagt, Kindern und Jugendlichen über ihr Leben zu berichten.

Museum für Druckkunst zeigt historische Papiere

Bereits seit Freitag sind im Museum für Druckkunst historische Wertpapiere, die für die Gründung des Staates Israel bedeutsam waren, zu sehen. Die rund 35 aufwendig gestalteten Wertpapiere aus der Zeit zwischen 1864 und 1946 stammen aus einer Leipziger Privatsammlung. Viele der Exponate dienten der Finanzierung des Landerwerbs für die Ansiedlung von Juden in Palästina. Andere Wertpapiere wurden zum Erwerb finanzieller Mittel für jüdische Schulen, Universitäten, Verlage oder andere Institute verwendet.

Die Jüdische Woche wird in Leipzig seit 1995 alle zwei Jahre veranstaltet. Die Leipziger Gemeinde umfasst momentan 1.300 Mitglieder, sie ist damit nach der Jüdischen Gemeinde in Berlin die zweitgrösste in Ostdeutschland.

Jüdische Woche in Leipzig eröffnet

Im Kultur- und Begegnungszentrum der Israelitischen Glaubensgemeinschaft Leipzig wurde am Sonntagnachmittag die Jüdische Woche feierlich von Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet.

Viel Prominenz, darunter der frühere Kulturbürgermeister Leipzigs Dr. Georg Girardet und der Kabarettist Bern-Lutz Lange, viele Mitglieder der Leipziger jüdischen Gemeinde und ehemalige Leipziger jüdische Bürger, die auf Einladung der Stadt in Leipzig weilen, füllten den Festsaal des Ariowitsch-Hauses. Einige Gäste mussten sogar auf den Stufen Platz nehmen oder stehen. Aber niemand wurde enttäuscht. Im Gegenteil, nach den kurzen Gruß- und Eröffnungsworten von Küf Kaufmann, Hausherr des Ariowitsch-Hauses, und Ober- bürgermeister Jung wurden die Anwesenden vom Streichquartett der Jüdischen Kammer-Philharmonie mit Werken von Mendelssohn-Bartholdy, Mozart und Tschaikowski in die Welt der klassischen Musik entführt. Unter grossem Applaus und Bravo-Rufen spielten die Musiker zwei Zugaben, wählten dafür allerdings traditionelle Tanzlieder aus ihrem Repertoire, die für einen kurzweiligen Abschluss der Veranstaltung sorgten.

Im Anschluss lud der Oberbürgermeister die Anwesenden ein, an der musikalischen Andacht an der Gedenkstätte für die Opfer der Naziherrschaft in der Gottschedstraße teilzunehmen. Dort fand Channa Gildoni, Vorsitzende der Vereinigung ehemaliger Leipziger in Israel, treffende und betroffen machende Worte zur Zerstörung der grossen Leipziger Synagoge im November 1938.

In der nun folgenden Woche werden in Leipzig mehr als 100 Veranstaltungen das jüdische Leben in Leipzig in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Programm haben. Neben Lesungen und viel Musik stehen auch viele Treffen auf dem Programm, die zur Diskussion und Unterhaltung anregen werden.

Am Montag und Dienstag werden unter Anderem folgende Veranstaltungen angeboten:

Ausstellungseröffnung Jüdische Tänze in Israel (Mo., 18:00 Uhr, Neues Rathaus), Konzert der Gruppe Freilachs (Mo., 19:00 Uhr, Ariowitsch-Haus), die Buchlesung ”Drei Zeichen sind die Wahrheit“ (Di., 9:30 Uhr, Lehmanns Buchhandlung), Krimistunde auf dem Dachboden (Di., 20:00 Uhr, Ariowitsch-Haus). Das vollständige Programm ist auf der Homepage der Stadt Leipzig zu finden.

Quelle: jns und Agenturen
21. Juni 2009

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