Ein Angriff auf das Kreuzfahrtschiff „Melody“ ist durch bewaffnetes Bordpersonal zurückgeschlagen worden. Das Schiff befand sich auf der Rückreise vom Winterfahrtgebiet vor Südafrika nach Genua in Italien. „Das Sicherheitskonzept hat hervorragend funktioniert“, sagte Falk-Hartwig Rost, Geschäftsführer der Deutschland-Niederlassung in München den Kieler Nachrichten. Unter den 991 Passagieren sind auch 38 aus Deutschland.
Der Überfall ereignete sich nach Mitteilung der Reederei unmittelbar nach dem Auslaufen aus Port Victoria auf den Seychellen. Die Position des Überfalls war mitten im Indischen Ocean. Dennoch waren unsere Sicherheitsleute wachsam und der Kapitän hat sofort reagiert“, bestätigt Rost auf Anfrage der Kieler Nachrichten.
Die Piraten hatten für den Angriff den Schutz der Dunkelheit gewählt und sich mit einem Boot der 20 Knoten schnellen „Melody“ genähert. Es habe bei dem Schusswechsel weder Schäden an Schiff noch Verletzte unter Passagieren oder Besatzungsmitgliedern gegeben, so Rost. Ob es unter den Piraten Verluste gab, ist unklar, da das Kreuzfahrtschiff sofort mit hoher Geschwindigkeit abgelaufen ist, da unklar war, ob es in der Nähe ein Mutterschiff der Seeräuber gab. Nach Aussagen von Passagieren wurden bei dem Schusswechsel mehr als 50 Schüsse abgegeben.
Zu dem Zeitpunkt war das Schiff mehr als 1000 Seemeilen von Somalia entfernt. Einen militärischen Schutz durch Fregatten gibt es in diesem Seegebiet nicht, da der Ozean einfach zu gross ist. Nachdem die Piraten das Feuer eröffnet hatten, soll der Angriff nach Angaben von Passagieren mehrere Salven aus automatischen Waffen von Bord der „Melody“ erwidert worden sein. Kapitän Ciro Pinto forderte die Passagiere auch auf, in die Kabinen zu gehen und dort die Lichter auszuschalten.
Die zum Schiffspersonal gehörenden Sicherheitskräfte eines israelischen Unternehmens sind standardmässig zum Schutz an Bord aller Schiffe der Reederei. An Bord der „Melody“ sind 991 Passagiere und 536 Besatzungsmitglieder aus mehr als 20 Nationen. Das Schiff befindet sich auf einer 22 tägigen Reise von Südafrika nach Genua. Am 17. April war das Schiff in Durban gestartet und sollam 8. Mai in Italien eintreffen.
Für den Schutz ihrer wachsenden Flotte unterhält die Reederei MSC Sicherheitsteams an Bord, die in den Häfen auch die Zugangskontrollen sowie stets die Umgebung rund um das Schiff beobachten. Dabei setzt MSC seit Jahren auf ein renommiertes Unternehmen aus Israel, das überwiegend ehemalige Soldaten der israelischen Armee und der Polizei beschäftigt. Diese Sicherheitskräfte befinden sich in ziviler Kleidung sowohl unter den Passagieren wie auch im Crew-Bereich. Details zu Schutzmassnahmen geben die Reedereien nicht bekannt. „Dazu können wir nichts sagen“, sagt auch Falk-Hartwig Rost.
Die „Melody“ wurde 1982 in Frankreich gebaut und ist mit 35143 BRZ das kleinste Schiff in der neun Schiffe umfassenden Flotte von MSC Crociere aus Neapel. Das 204 Meter lange Schiff hat Platz für 1064 Passagiere.
Mit der „Melody“ wurde nach der „Spessart“ zum zweiten Mal ein Angriff auf ein Schiff mit Hilfe bewaffneter Sicherheitskräfte abgewehrt. Sicherheitskräfte in der Besatzung sind auf grossen Fähren und Kreuzfahrtschiffen längst Alltag. Und gerade zum Schutz gegen Piraten wurden auf allen Kreuzfahrtschiffen die Schutzmassnahmen erhöht. Dazu zählen auch passive Massnahmen, wie Gitter und Übersteighilfen. Aber auch Abwehrsysteme und Waffen sind durchaus üblich.
Quelle: jns und Agenturen
26.April 2009
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