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Das Treffen von Merz mit Ahmadinedschad

Die Schweiz stösst Israel mit ihren Bücklingen vor Iran vor den Kopf – dabei ist der kleine Staat der Juden ein viel wichtigerer Handelspartner als das antisemitische Mullah-Reich.

Jerusalem ist derzeit gar nicht gut auf unsere Bundesräte zu sprechen. Erst erhitzte Micheline Calmy-Reys Besuch bei Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad im Frühling 2008 die Gemüter in Israel – und wegen ihres Kopftuchs auch in der Schweiz. Am Sonntag doppelte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz nach: Er schüttelte dem iranischen Präsidenten in Genf ausgerechnet Stunden vor dem Holocaust-Gedenktag mit einem breiten Grinsen die Hand.

Die Schweiz verkauft ihre Güter in die ganze Welt – und ist dementsprechend darauf angewiesen, mit all ihren Handelspartnern gute Kontakte zu pflegen. Doch so einfach ist das eben nicht. Denn wer sich einem Regime wie dem iranischen an die Brust wirft, muss in Kauf nehmen, dass es dessen erbitterte Gegner vergrault – etwa die USA und deren Protegé Israel.

Exporte für 1,2 Mia. Fr. nach Israel

Lohnt sich diese freundschaftliche Haltung gegenüber Teheran wenigstens wirtschaftlich? Wohl kaum. Wir haben in den letzten sieben Jahren stets mehr Güter nach Israel exportiert als in den Iran. 2008 kauften die Israeli Schweizer Produkte im Wert von 1,2 Milliarden Franken, der Iran nur im Wert von 847 Millionen (siehe Grafik). Vor allem Schweizer Chemikalien, Maschinen und Metalle waren in Israel begehrt.

Noch deutlicher fällt die Import-Statistik aus: Der Iran hat uns kaum etwas zu bieten, mickrige 23 Millionen Franken überwies die Schweiz letztes Jahr in den Mullah-Staat. Gemäss der Eidgenössischen Zollverwaltung floss bisher auch noch kein iranisches Gas. Aus Israel hingegen bezogen wir Produkte im Wert von 650 Millionen Franken, in erster Linie Edelmetalle.

Inwiefern sich die derzeitige politische Verstimmung mit Jerusalem auf die Ein- und Ausfuhrstatistik auswirkt, wird sich weisen. Beim Aussendepartement von Micheline Calmy-Rey mochte sich niemand mit einer Prognose diesbezüglich auf die Äste hinaus wagen.
Quelle: jns und Agenturen
22.April 2009

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