Papst Benedikt VXI. hat für seinen Besuch in Israel ein Gebet für die Vergebung der Judenverfolgung durch die Kirche angekündigt. Das sagte der New Yorker Rabbiner Arthur Schneier unter Berufung auf ein Gespräch mit dem Papst. Benedikt XVI. ist wegen seines Umgangs mit den Traditionalisten unter Druck geraten.
Papst Benedikt XVI. will bei seinem Besuch in Israel um Vergebung für die Verfolgung der Juden durch die Kirche bitten und dazu das Gebet seines Vorgängers Johannes Paul II. wiederholen.
Das sagte der New Yorker Rabbiner Arthur Schneier in einem Interview des in Zürich erscheinenden jüdischen Monatsmagazins "Aufbau" unter Berufung auf ein Gespräch mit dem Papst. Das Kirchenoberhaupt habe zur Begründung gesagt, dieses Gebet seines Vorgängers aus dem Jahr 2000 sei auch sein eigenes Gebet.
Schneier war als Repräsentant US-amerikanischer Juden Mitte Februar von Benedikt XVI. im Vatikan in Audienz empfangen worden. In dem Interview wies er Zweifel am Festhalten der katholischen Kirche an der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) entschieden zurück. Für ihn sei auch unmöglich, dass ein nächster Papst von diesem Kurs abweiche.
Trotz der Debatten um die Karfreitagsfürbitte und die Rolle von Papst Pius XII. in der NS-Zeit sei „die Demarkationslinie durch die katholische Kirche klar gezogen“, so der 79-jährige gebürtige Wiener, dessen Familie im KZ starb. Die christlich-jüdischen Beziehungen hätten bereits einen weiten Weg hinter sich, erläuterte er. „Und wir brauchen die katholische Kirche als moralische Instanz bei vielen Fragen, die uns beide betreffen.“
Johannes Paul II. hatte während seiner Israelreise im März 2000 seine zwei Wochen zuvor im Vatikan geäußerte Bitte um Vergebung als schriftliche Bitte an der Klagemauer vorgetragen.
Sie lautet: „Gott unserer Väter, du hast Abraham und seine Nachkommen auserwählt, deinen Namen zu den Völkern zu tragen. Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte deine Söhne und Töchter leiden liessen. Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes.“
Der Tübinger katholische Theologe Peter Hünermann (80) bekräftigte derweil im „Aufbau“ seine Kritik am Vorgehen des Papstes gegenüber den Traditionalisten. Bei dem Vorgang handele es sich nicht um eine einfache Kommunikationspanne.
Der Dogmatiker nannte es aber gleichfalls klar, dass Benedikt XVI. das Zweite Vaticanum in keiner Weise leugne. „Aber er hat hier in seiner Praxis Grenzen überschritten.“ Auch ein Papst stehe nicht über einem Konzil. Die Traditionalisten bezeichnete Hünermann als „Fundamentalisten“. Gerade in Frankreich gebe es eine Nähe zu rechtsextremistischen Positionen.
Quelle: jns und Agenturen
13. April 2009
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