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Israel gewinnt in Schweden 3:2

Die Proteste gegen den Davis-Cup-Wettbewerb zwischen Israel und Schweden in Malmö sind am Samstag eskaliert. Rund hundert vermummte Demonstranten lieferten sich Strassenschlachten mit der Polizei. Mehrere Dutzend Aktivisten versuchten, den abgeriegelten Austragungsort des Spiels zwischen Schweden und Israel zu stürmen.

Die Davis-Cup-Partie Israel gegen Schweden wird in Malmö ohne Zuschauer ausgetragen. © 2009 Financial Times Deutschland

Die schwarz gekleideten Aktivisten, die sich selbst als Anarchisten bezeichneten, bewarfen die Polizisten mit Farbbeuteln, Steinen und Feuerwerkskörpern und versetzten die Polizeipferde in Panik. Mindestens fünf Demonstranten wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Sie warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein. Rund 100 Personen wurden am Samstag nach Polizeiangaben festgesetzt, mindestens sechs wurden festgenommen.

Den Auseinandersetzungen ging eine Kundgebung gegen die isralische Offensive im Gazastreifen voraus, zu der sich rund 7.000 Menschen in der südschwedischen Stadt versammelt hatten. 1.000 Polizisten waren in Malmö im Einsatz, um die Demonstranten am Betreten der Arena zu hindern. Das Doppel startete wie geplant vor einem geladenen Publikum von nur 300 Zuschauern.

Israel gewinnt in Schweden 3:2. Den entscheidenden Punkt holte Harel Levy gegen Andreas Viciguerra in fünf Sätzen mit 6:4, 4:6, 6:4, 3:6, 8:6. Die Begegnung musste wie alle Spiele seit Freitag ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Der israelische Doppelspieler Andy Ram bezeichnete die Krawalle als «traurigen Moment für das Tennis, den Sport und für Israel». «In meiner ganzen sportlichen Karriere bin ich niemals einem solchen Hass und einer solchen Vermischung von Sport und Politik begegnet», schrieb Ram in einem Artikel für die auflagenstärkste israelische Zeitung «Jediot Achronot». «Diese Ereignisse haben meine Sicht von Schweden vollständig verändert, und ich habe Zweifel, ob ich jemals hierher zurückkehren will.»

Der Kulturausschuss des Malmöer Stadtrates hatte den Ausschluss von Zuschauern teils mit Sicherheitsbedenken und teils als Unterstützung für die Proteste gegen Israel begründet. Schwedens liberaler Schulminister Jan Björklund warf dem sozialdemokratischen Bürgermeister von Malmö, Ilmar Ilmar Reepalu, vor, er habe mit «feindseligen Äußerungen sowohl links- wie rechtsextreme Kräfte gegen junge jüdische Tennisspieler aufgehetzt».

Die Schweden Simon Aspelin und Robert Lindstedt gewannen nach 1:1- Zwischenstand das Doppel gegen Amir Hadad und Andy Ram in vier Sätzen, während vor der Baltischen Halle demonstriert wurde. Bei allen Spielen hatten tausend Polizisten das Gelände rund um die Halle abgeriegelt. Den Ausgleich hatte Dudi Sela in fünf Sätzen gegen Thomas Johansson geschafft.
Quelle: jns und Agenturen
8.März 2009

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