Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwoch ihre Raketenangriffe auf Israel massiv verstärkt. Betroffen waren vor allem die Städte Sderot, Netivot und Aschkelon, deren Einwohner Schutzräume aufsuchen mussten.
Diese Frau aus Sderot erlitt einen Schock und wurde in Spitalpflege gebracht. Bild: Keystone
Mehr als 60 Kassam-Raketen und Mörsergranaten seien im Grenzgebiet eingeschlagen, sagte ein Militärsprecher.
Mehr als 20 Menschen erlitten nach Angaben von Sanitätern einen Schock. Eine Fabrik, ein Wohnhaus und weitere Gebäude wurden beschädigt. Betroffen waren vor allem die Städte Sderot, Netivot und Aschkelon, und der Ortschaft Beit Hagdi deren Einwohner Schutzräume aufsuchen mussten.
Angesichts der neuen Raketenangriffe sagte Israel eine für Mittwoch geplante Öffnung von Grenzübergängen zum Gazastreifen für Hilfslieferungen wieder ab. Ministerpräsident Ehud Olmert versammelte sein Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung.
Dabei sollte über das weitere israelische Vorgehen entschieden werden. Verteidigungsminister Ehud Barak stellte nach Radioangaben mehrere Einsatzpläne der Armee vor. Rechtsorientierte Politiker forderten ein hartes Vorgehen der Regierung im Gazastreifen.
Fünf Hamas-Terroristen tot
Die im Gazastreifen regierende Hamas erklärte, die Raketenangriffe seien eine Reaktion auf den Tod von dreien ihrer Terroristen bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten am Dienstagabend. Nach israelischen Angaben wollten die Männer Sprengsätze am Grenzzaun legen. Die Tötung der drei Kämpfer war der bislang blutigste Zwischenfall seit dem offiziellen Ende eines zuletzt ohnehin nie von der Hamas eingehaltenen Waffenstillstands mit Israel am Freitag.
Israelische Soldaten hatten die Hamas-Terroristen erschossen, als sie am nördlichen Rand des Gazastreifens einen Sprengsatz legten. Zwei weitere Hamas-Mitglieder kamen am Mittwoch bei der vorzeitigen Explosion eines Sprengsatzes im südlichen Gazastreifen ums Leben.
Zwei weitere Hamas-Terroristen wurden nach Angaben der Organisation bei einer Explosion im Gazastreifen getötet. Sie seien auf einer "heiligen Mission" gewesen, hiess es am Mittwoch. Diese Umschreibung nutzt die Hamas für gewöhnlich, wenn zum Kampf gegen Israel bestimmte Sprengsätze unbeabsichtigt explodierten. In der Stadt Gaza und in Beit Lahija wurden drei Zivilpersonen verletzt. Auch sie wurden offenbar Opfer von Sprengsätzen, die verfrüht detonierten.
Hamas hatte sich am Dienstag zur Erneuerung einer Waffenruhe mit Israel bereiterklärt. Die am 19. Juni zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe war am vergangenen Freitag zu Ende gegangen. Gemeinsam mir der Hamas hatte gleichfalls der sogenannte "Islamische Dschihad" danach die Raketenangriffe auf Israel erheblich verstärkt.
Nach neuen massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel die für Mittwoch geplante Öffnung der Grenzen für Hilfslieferungen wieder abgesagt. Das gab ein israelischer Militärsprecher bekannt. Ministerpräsident Ehud Olmert versammelte sein Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung. Dabei sollte über das weitere israelische Vorgehen entschieden werden. Verteidigungsminister Ehud Barak stellte nach Radioangaben mehrere Einsatzpläne der Armee vor. Rechtsorientierte Politiker forderten ein hartes Vorgehen der Regierung im Gazastreifen.
Ägypten weiter um Vermittlung bemüht
Ägypten bemühte sich unterdessen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Husni Mubarak, man habe sich ausserdem darauf geeinigt, die Versöhnungsgespräche zwischen der Hamas und der konkurrierenden Fatah voranzutreiben. Am (morgigen) Donnerstag wird die israelische Aussenministerin Zipi Livni zu einem Gespräch mit Mubarak in Kairo erwartet. Israel erwägt eine Militäraktion im Gazastreifen, um die Raketenangriffe zu stoppen.
Quelle: jns und Agenturen
14.Dezember 2008
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