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Nuclear plant in Bushehr Photo: AP

Kurz nach dem erfolgreichen Test einer Trägerrakete hat der Iran angekündigt, weitere Atomkraftwerke bauen zu wollen. Das erste Kernkraftwerk soll Ende des Jahres ans Netz gehen. Gleichzeitig kündigte der Iran an, befreundete Staaten mit seiner Raketentechnologie helfen zu wollen.

Der Iran will nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA weitere Atomkraftwerke bauen. Derzeit werde nach geeigneten Orten für den Bau der Anlagen gesucht, zitierte IRNA am Dienstag einen Vertreter des staatlichen Atomprogramms. Dies werde rund ein Jahr dauern.

Der Iran hatte zuvor schon angekündigt, bis 2021 sechs weitere Kernkraftwerke bauen zu wollen. Gegenwärtig wird noch am ersten Atomkraftwerk in Buschehr gebaut, das mit russischer Hilfe entsteht. Es soll noch im Laufe des Jahres ans Netz gehen.

Zuvor war der stellvertretende Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Olli Heinonen, zu Gesprächen über die Atompläne in die Islamische Republik gereist. Bei dem zweiten Treffen in diesem Monat solle es um eine Verbesserung der Zusammenarbeit gehen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Im Mai hatte sich die IAEA in einem Bericht besorgt über Berichte geäussert, denen zufolge die iranische Forschung an Atom-Sprengköpfen arbeite. Der Iran erklärte, es sei nicht Aufgabe der Behörde, sich mit solchen Vorwürfen zu befassen. Der nächste IAEA-Bericht über das iranische Atomprogramm steht Mitte September an.

Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Dem Land drohen erneute Sanktionen der internationalen Gemeinschaft, da es sich weigert, die umstritte Urananreicherung auszusetzen. Am Sonntag testete der Iran erstmals eine Trägerrakete, mit der Satelliten ins All gebracht werden können. Die Technologie kann auch zu militärischen Zwecken eingesetzt werden. Der Iran erklärte, er verfolge keine derartigen Pläne.

Nach dem erfolgreichen Test hat der Iran anderen muslimischen Ländern den Transport von Satelliten ins Weltall angeboten. Die Islamische Republik wolle befreundete Staaten bei der Verwirklichung von Weltraumprojekten unterstützen, sagte der Chef des Raketenprogramms, Resa Taghipur.

Protest gegen Irans Aktivitäten im Persischen Golf

Der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC), Abdul Rahman ibn Hamad al-Attiyah, hat den Iran wegen der Eröffnung zweier Verwaltungseinrichtungen auf der Insel Abu-Musa scharf verurteilt. Abu Musa ist eine der drei vom Iran besetzten Inseln im Persischen Golf, die aus Sicht des Golf-Kooperationsrats zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören.

In einer offiziellen Erklärung betonte al-Attiyah, dass der Schritt des Iran ein schweres Vergehen und eine illegale Aktion auf einem untrennbaren Teil des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate darstelle. Er rief die Islamische Republik dazu auf, seine Tätigkeiten sofort rückgängig zu machen. Zuvor war der Iran in derselben Angelegenheit bereits scharf von den Vereinigten Arabischen Emiraten verurteilt worden, die sich auf das bilaterale Abkommen von 1971 berufen.

Unterdes hat auch die Arabische Liga ihre Besorgnis über die Bautätigkeiten des Iran auf Abu Musa zum Ausdruck gebracht und eine friedliche Beiliegung des Konflikts gefordert, die solch einseitige Schritte ausschliessen würde.

Quelle: jns und Angenturen
18.August 2008

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