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Die zehnjährige Huda Ghalia und ihre elf Brüder und Schwestern hatten sich auf einen schönen Tag am Strand von Beit Lahija im nördlichen Gazastreifen gefreut. Ihr Vater hatte den Kindern ein Picknick versprochen, wenn sie ihr Schuljahr mit guten Noten abschließen würden. Doch der Familienausflug wurde jäh unterbrochen, als ein Geschoss detonierte und acht Menschen in den Tod riss.

Das Bild der laut weinenden Huda, die immer wieder "Papa, Papa" ausrief, ging später durch alle Fernsehkanäle. Ali Ghalia war auf der Stelle tot, mit ihm wurden seine zweite Frau und fünf seiner Kinder getötet - eines davon gerade 18 Monate alt. Des weiteren kam noch eine Person ums Leben, die nicht mit den Ghalias verwandt war. Alis erste Frau, Hudas Mutter, sowie fünf weitere Kinder der Familie wurden zum Teil schwer verletzt. Drei der Kinder wurden in israelischen Krankenhäusern behandelt.

Huda blieb unverletzt. "Was habe ich denn getan, dass ich meine Familie verlieren soll?" fragte das kleine Mädchen verzweifelt schluchzend vor den laufenden Kameras der Fernsehnachrichtenagentur APTN. Schwarz gekleidete weibliche Verwandte standen Huda zur Seite, die Augen voller Tränen. Die Zehnjährige ist zum Symbol der Trauer über den Zwischenfall geworden, der von der palästinensischen Führung als israelisches Kriegsverbrechen verurteilt wurde.

Israel hat Bedauern über den Tod der Familienmitglieder geäußert, mit Blick auf die laufenden Ermittlungen aber vorerst keine Verantwortung dafür übernommen. Die Detonation könnte auch von einer fehlgeleiteten Rakete palästinensischer Extremisten ausgelöst worden sein, hieß es von Seiten der Militärführung. Die Palästinenser sind indessen überzeugt, dass eine israelische Artilleriegranate die Familie Ghalia praktisch ausgelöscht hat.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas schloss das Schicksal der kleinen Huda am Samstag in eine Ansprache mit ein. "Welches Verbrechen soll so ein Kind begangen haben, dass es mit ansehen muss, wie seine Familie am Strand getötet wird?" fragte der Fatah-Vorsitzende. "Wer ist für solche Bluttaten verantwortlich und warum werden solche Taten gegen unschuldige Menschen verübt?"

Später ließ Abbas Huda in sein Büro kommen. Als er ihr übers Haar strich, hatte er Tränen in den Augen. Gleichwohl betonte der palästinensische Präsident: "Wir rufen zum Frieden auf, und wir werden weiter zum Frieden aufrufen."

Hudas kleine Schwester Hadil weiß noch nicht, dass ihre Eltern tot sind. Sie liegt mit Splitterwunden in einem Krankenhaus in Gaza. Ihre Tante Nasrin klagt bitter darüber, dass Hadil zum Waisenkind werden musste. Und wütend fügt sie hinzu: "Wir wollen keine Feindschaft mit den Israelis. Aber wir wollen, dass sie uns in Ruhe lassen."

Wodurch wurde Familie im Gazastreifen getötet?

Noch ist nicht geklärt, ob die palästinensische Familie am Strand von Gaza durch israelische oder palästinensische Artillerie getötet worden ist. Israel leitete eine gründliche Untersuchung ein, denn es gibt Indizien dafür, dass palästinensische Terroristen drei Kilometer vom Unfall mit Artillerie-Geschossen übten.

Generalstabschef Dan Halutz gab eine Mitteilung heraus, in der er sagt, dass weder die israelische Luftwaffe noch die Kriegsmarine auf den Strand gefeuert hätten und es wird untersucht ob eventuell eine Artilleriegranate dahin geschossen wurde. Jedoch würden von sämtlichen Einheiten die striktesten Schussbegrenzungen eingehalten. Israel sei nicht bereit tatenlos zuzusehen, wie allein an diesem Wochenende 48 Kassamraketen auf israelischem Gebiet niedergingen und in Sderot heute morgen ein Mann dadurch schwer verletzt wurde. Die Hamas-Regierung hat so oder so Rache gegen Israel geschworen. Daher rief Israel Höchstalarm aus, um eventuelle Terroranschläge zu verhindern.

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