Das Abkommen über die palästinensische „Tahadiya“ – die Ruhephase der Attentate gegen Israel – ist zum Jahresende offiziell ausgelaufen. Dies erklärten am Samstag die Terrorgruppen „Islamischer Jihad“, „Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden“ und das sog. „Volkswiderstandskomitee“. Trotz der Bemühungen Mahmoud Abbas` in der vergangenen Woche gelang es ihm nicht, die Ruhephase zu verlängern.
Die Hamas, die stärkste Terrororganisation, teilte keine Beendigung der Tahadiya mit. Es scheint, dass die Organisation die Ruhe bis nach den palästinensischen Wahlen einhalten wird, um nicht die Unterstützung der palästinensischen Öffentlichkeit zu verlieren. Die anderen Terrororganisationen, - allen voran der Islamische Jihad und die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden -, teilten mit, dass die Tahadiya ihrerseits vorbei sei.
Die israelischen Sicherheitsbehörden erklärten, dass die Mitteilung über die Beendigung der „Tahadiya“ keine Bedeutung habe, da der Terror ohnehin in hohem Maße zurückgekehrt sei. Derzeit liegen Sicherheitskreisen 50 allgemeine und spezifische Terrorwarnungen vor.
Im vergangenen Jahr (2005) wurden insgesamt 2.990 Attentate gegen israelische Ziele verübt. Alle Angriffe fanden nach der palästinensischen Einigung über die „Ruhephase“ statt. Das teilte die israelische Sicherheitsbehörde (Shabak) am Sonntag mit.
Qassam-Raketen jetzt auch im Norden
Am Wochenende zur Veröffentlichung freigegeben: vor etwa drei Wochen feuerten der „Islamische Jihad“ und die „Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden“ der Fatah-Bewegung eine Qassam-Rakete auf Israel ab. Die Rakete schlug in der Nähe der „green line“ auf palästinensisches Gebiet, einige wenige hundert Meter von der israelischen Ortschaft Ram-On entfernt. Dies war das erste Mal, dass eine Qassam-Rakete aus der Westbank abgefeuert wurde und in solch unmittelbarer Nähe zu Israel einschlug.
In Jenin, ebenfalls im nördlichen Westjordanland, zerstörten israelische Sicherheitskräfte vor neun Monaten eine Qassam-Rakete, die bereits für den Abschuss auf Israel vorbereitet war.
Die Qassam-Raketen in der Westbank sind einfacher gebaut als die Qassam-Raketen, die sich in den Händen der Terroristen in Gaza befinden. Während die Qassam-Raketen in Gaza heutzutage eine Reichweite von 7,4 km haben, geht man davon aus, dass die Reichweite der Qassam-Raketen in der Westbank bei maximal 4 – 5 km liegt. Auch ihre Sprengköpfe sind primitiver.
Israelische Sicherheitsbehörden erklärten in einer Reaktion auf den Beschuss, dass „die Entwicklung zwar vorhersehbar war, doch sehr ernst zu nehmen“ sei. Man fügte hinzu, dass alles getan werde, um zu verhindern, dass diese Terrorplattform ausgebaut wird.
UmfangreicheU Waffenschmuggel in den Gazastreifen
Nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen haben die Palästinenser nach Angaben eines ranghohen israelischen Geheimdienstbeamten zahlreiche Waffen in das Autonomiegebiet eingeschmuggelt. Darunter befänden sich auch einige Flugabwehrraketen sowie 305 Panzerabwehrgeschosse, sagte Gideon Esra am Montag im israelischen Rundfunk. Die Raketen seien in den Gazastreifen gelangt, weil unmittelbar nach dem israelischen Abzug der Grenzübergang Rafah nach Ägypten weit offen gestanden und dort Chaos geherrscht habe. Israel müsse jetzt unbedingt sicherstellen, dass diese Waffen nicht ins Westjordanland gelangten, betonte Esra. Dem israelischen Geheimdienst zufolge wurden ferner tausende Schusswaffen sowie mehrere Tonnen Sprengstoff in den Gazastreifen geschmuggelt.
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