Der Doppelanschlag von Beersheva beweist den Unwillen der Hamas, in Erwartung eines israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen einen Waffenstillstand zu akzeptieren, wie seine Vertreter es letzte Woche ägyptischen Offiziellen in Kairo gesagt hatten. Das Kairoer Treffen endete ergebnislos, und es war klar, dass die Hamas über kurz oder lang einen Weg finden würde, um Israels Verteidigungsring zu durchbrechen.
Man entschied sich für Beersheva als Ziel, weil der Weg von Hebron dorthin angesichts des Fehlens eines Trennzauns südlich der Hebron-Berge relativ leicht ist. Die beiden Selbstmörder kamen von dort. Der Shabak-Geheimdienst kennt ihre Identität. Wenige Stunden nach dem Anschlag traten die Spitzen des Verteidigungsestablishments in Tel Aviv zusammen, um über Israels Reaktionen zu beraten. Es wäre falsch, eine entscheidende und überraschende Reaktion auf den Doppelanschlag zu erwarten. Die einzige Formel, die Israel anwenden kann, ist die weitere Vereitelung von Selbstmordattacken auf der Basis von Geheimdienstinformationen, die weitere Ermordung von Menschen, die direkt in Selbstmordanschläge verwickelt sind, der beschleunigte Bau des Trennzauns und
die Fixierung eines «Preises», den jene zahlen müssen, die den Terrorismus unterstützen. Die letzten Monate stellen den relativen Erfolg dieser Formel unter Beweis.
Die «Antwort» der Hamas an Ägypten überrascht nicht. Die Führung der Organisation sieht in Israels Entflechtungsplan eine Bedrohung, und wenn er auch nicht zu verhindern ist, wird Hamas alles daran setzen, um die IDF-Truppen unter Feuer abziehen zu lassen. Den Ägyptern ist diese Position bekannt, doch sie wollen den Bewohnern des Gazastreifens beweisen, dass sie alles unternehmen, um Israels militärischen Druck auf sie zu reduzieren.
Die Treffen mit ägyptischen Offiziellen verschaffen der Hamas beachtlichen Prestigegewinn. Nach den letzten Gesprächen erklärten Hamas-Sprecher, sie seien zu weiteren Unterredungen mit den Ägyptern bereit, wenn diese die Antwort von Fatah auf die Waffenstillstandsvorschläge erhalten hätten. Wahrscheinlich wissen sie, dass Arafat nicht bereit ist, eine klare Anweisung für einen Waffenstillstand zu formulieren.
In Hebron gilt die Hamas als eine der radikalsten Terrorgruppen, die sich nicht zuletzt durch eine extreme Verschwiegenheit auszeichnet. Die Geheimdienste bekunden Mühe, in Hamas-Zellen in Hebron einzudringen, und wenn in der Stadt über eine längere Periode hinweg Ruhe herrscht, wird der Shabak misstrauisch und spricht von der Ruhe vor dem Sturm.
Nachdem diverse Versuche der Hamas scheiterten, in Städte in der Sharon-Ebene einzudringen, wählte man den offenen Weg im Süden, wo kein Zaun die Hebron-Berge vom Negev trennt. Der Entscheid bezüglich des Verlaufs des Zaunes im Süden ist zwar gefallen, doch nach einem Urteil des obersten israelischen Gerichtshofes haben die Offiziellen begonnen, über mögliche Änderung der Route zu debattieren, die laut Plan nicht entlang der «grünen Linie» verläuft, sondern recht tief – an manchen Stellen über fünf Kilometer – in palästinensisches Gebiet einschneidet.
Zeev Schiff ist Kommentator für Militärfragen bei «» Haaretz».
Mit freundlicher Unterstützung
© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
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