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Nach fast vier Monaten ist Israel wieder Ziel eines Selbstmordanschlags: Ein Attentäter in Tel Aviv sprengte sich vor einem Nachtclub in die Luft und riss dabei vier Menschen mit in den Tod. Rund 50 Menschen wurden teils schwer verletzt. Bei dem Attentäter handelt es sich nach israelischen Medienberichten um einen Palästinenser aus dem Westjordanland. Unklar ist noch, welcher Organisation der Attentäter angehörte. Anfang Februar hatten Israel und die Palästinenser eine Waffenruhe vereinbart.

Nach dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv mit vier Opfern haben erste Reaktionen von Israel und den Palästinensern auf eine Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses hoffen lassen. "Großangelegte Militärmaßnahmen sind nicht geplant", sagte Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Anschlag als "Sabotage" des Friedensprozesses. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat sich zu dem Anschlag bekannt.

Der Attentäter hatte sich am Freitagabend vor einer Diskothek in die Luft gesprengt und vier Menschen in den Tod gerissen. Mindestens 53 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Mofas berief eine Krisensitzung ein, um über eine Reaktion auf das Attentat zu beraten. "Die Antwort wird punktuell sein und nur die direkt in die Anschläge verwickelten Elemente betreffen", wurde Mofas vom israelischen Militärrundfunk zitiert. Zuvor hatte die israelische Armee in einem Dorf bei Tulkarem im Westjordanland die beiden Brüder des 22-jährigen Attentäters festgenommen.

"Das sind Saboteure, und wir erlauben niemandem zu sabotieren", sagte Abbas in Ramallah. Die Autonomiebehörde verurteile das Attentat und habe die israelische Seite kontaktiert, um "Informationen und Ansichten auszutauschen". Palästinensische Sicherheitskräfte nahmen nach Regierungsangaben zwei Verdächtige fest, um sie wegen der Anschläge zu verhören.
Der Anschlag sei als Antwort auf Tötungen und Häuserzerstörungen durch Israel ausgeführt worden, sagte ein Anführer der Organisation, Abdullah Schibaja aus Tulkarem im Westjordanland, in einem Video. Schibaja warf zudem der palästinensischen Autonomiebehörde vor, mit Israel und den USA zu "kollaborieren".

Islamischer Dschihad bekennt sich zu Anschlag

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat sich zu dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv mit vier Toten bekannt. Der Anschlag sei als Antwort auf Tötungen und Häuserzerstörungen durch Israel ausgeführt worden, sagte ein Anführer der Organisation, Abdullah Schibaja aus Tulkarem im Westjordanland, in einem am Samstag veröffentlichten Video. Schibaja warf zudem der palästinensischen Autonomiebehörde vor, mit Israel und den USA zu "kollaborieren".

EU fordert nach Attentat in Nahost zu Besonnenheit

Nach dem Selbstmordattentat in Tel Aviv hat die EU die Konfliktparteien zu Besonnenheit aufgerufen. Der am 8. Februar mit einer Vereinbarung zur Waffenruhe begonnene Prozess dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Das erklärte der Beauftragte für die gemeinsame EU-Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, in Brüssel. Er verurteilte das Attentat mit fünf Toten und forderte die Palästinensische Autonomiebehörde auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Anschlag darfFriedensbemühungen nicht stören

Nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag auf eine Diskothek in Tel Aviv hat Russland die Palästinenserführung aufgerufen, alle nötigen Schritte für ein Ende der Attentate gegen Israelis zu unternehmen. Der Anschlag dürfe aber nicht die Bemühungen um eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses behindern, erklärte das russische Außenministerium am Samstag. Russland bildet zusammen mit den USA, den Vereinten Nationen und der Europäischen Union das so genannte Nahost-Quartett, das sich am Dienstag am Rande der Nahost-Konferenz in London treffen will. Moskau werde alles in seiner Macht Stehende tun, damit die gerade entstehenden Kontakte zwischen Israelis und Palästinensern nicht wieder zerstört würden, erklärte das Außenministerium weiter.

Israel nimmt Brüder von Selbstmordattentäter fest

Nach dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv hat die israelische Armee die beiden Brüder des Attentäters festgenommen. Die Armee verhängte eine Ausgangssperre in der Ortschaft. Der 22-jährige Selbstmordattentäter hatte kurz vor Mitternacht am Eingang einer Diskothek in Tel Aviv drei Israelis mit in den Tod gerissen. Rund 50 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Die beiden Männer seien am Morgen bei einem Einmarsch im Dorf Deir el Ghussun östlich von Tulkarem im Westjordanland gefasst worden, teilten Sicherheitskräfte und Augenzeugen mit.
Zu dem Anschlag bekannten sich auch die radikalen El-Aksa-Brigaden. Die Brigaden hatten vergangene Woche eine derzeit geltende Waffenruhe mit Israel aufgekündigt, nachdem die israelische Armee zwei Mitglieder der Fatah getötet hatte. Israelis und Palästinenser hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen im ägyptischen Scharm-el-Scheich am 8. Februar auf einen Waffenstillstand verständigt.

Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte das Attentat. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas berief eine Krisensitzung ein. US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte die Palästinenserführung auf, "unverzügliche und glaubhafte Schritte machen", um die Verantwortlichen des Attentats zu fassen und vor Gericht zu bringen. "Wir müssen jetzt Handlungen sehen, von denen die klare Botschaft ausgeht, dass Terror nicht geduldet wird."

Israel droht mit erneuten Militäreinsätzen

Nach dem Selbstmordanschlag vor einer Diskothek in Tel Aviv hat Israel den Palästinensern mit erneuten Militäreinsätzen gedroht. "Die Palästinenser müssen die Lage vor Ort in den Griff bekommen, sonst werden wir weiterkämpfen müssen", sagte der israelische Minister für Innere Sicherheit, Gideon Esra, dem Rundfunk in der Nacht zu Samstag. "Wir haben keine andere Wahl." Zuvor hatte die palästinensische Autonomiebehörde den Anschlag verurteilt. Bei dem Attentat vor einem Nachtklub am Strand kamen am Freitagabend mindestens drei Menschen ums Leben, etwa dreißig weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Letzte Änderung am Sonntag, 11. Juli 2010 um 17:49:09 Uhr.

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