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Israel und Jordanien

Fruchtfliegen sind nicht dafür bekannt, dass sie internationale Grenzen respektieren, und so bedrohen sie jedes Jahr die Ernte beiderseits der israelisch-jordanischen Grenze der Arava-Wüste im Jordantal südlich des Toten Meeres. Seit dem Friedensschluss zwischen Israel und Jordanien im Jahr 1991 gibt es hoffnungsvolle Forschungskooperationen im wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Bereich. Dazu gehört auch die Eindämmung der Schädlingspopulationen durch die Sterilisation der männlichen Fruchtfliegen in Israel. Im „Yair“ Agricultural Research Station der größten israelischen Naturschutzorganisation Keren Kayemeth LeIsrael (KKL) bei Hatzeva (Arava) treffen pro Woche 14 Mio. durch Röntgenstrahlen sterilisierte Insektenpuppen der schädlichen Fruchtfliege ein. Im „Yair“ Zentrum, eines der drei Agrarforschungszentren in der Arava, werden die Fruchtfliegen 96 Stunden lang in einem Inkubator gehalten. Die Forschungszentren sind allesamt Außenstellen des Desert Research Departments der Ben Gurion Universität im Negev. Ihre Aufgabe ist, unter den Gesichtspunkten Wüstenökologie, Desertifikation und Agrotechnologie zur Entwicklung der Arava-Region beizutragen. Nach der Inkubationszeit werden die Fliegen mit einem dafür geeigneten Flugzeug über den Anbaugebieten in Israel und dem benachbarten Jordanien – also jenseits der israelischen Staatsgrenze - freigelassen. Es hat sich herausgestellt, dass dieses Verfahren das erfolgreichste Mittel ist, die Schädlinge in der Arava-Wüste zu bekämpfen und ihre Population gering zu halten.

Die israelisch-jordanische Zusammenarbeit in diesem Gebiet begann im vergangenen Dezember bei einem Treffen mit israelischen und jordanischen Agrarwissenschaftlern, Vertretern der Agrarministerien beider Länder und eines Vertreters der Internationalen Atomenergiebehörde, der das Projekt zur Sterilisation der Fliegen durch radioaktive Strahlen betreut. Das Treffen fand im Büro des Beauftragten für Forschung und Entwicklung der Arava-Region Dr. Ezra Rabin in Merkaz Sapir, Israel, statt. Wenige Tage später folgten weitere Anfragen aus Jordanien und im Januar ein weiteres Treffen der israelischen und jordanischen Teams, diesmal unter der Teilnahme weiterer Agrarexperten aus Staaten des Persischen Golfs und den USA. Um dem aufwendigen Import der sterilisierten Fruchtfliegen zu umgehen, hat sich der Kibbuz Sde Eliyahu jetzt auf das Sterilisationsverfahren spezialisiert. Mit Erfolg: Die akribische Vorgehensweise beim organischen Landanbau in der Arava hat die Nachfrage in den europäischen Ländern geweckt, erklärt Ezra Rabin stolz. Zur Zeit stehen in der Arava mehr als 700 Dunam Tomaten, Paprika und Gurken. (Nach einem Bericht von G. Bron, KKL Israel)

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