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Eine neues Solidaritätsschiff ist unterwegs in den Gazastreifen. An Bord des Segelschiffes seien neun jüdische Aktivisten, die Israels Seeblockade des Palästinensergebiets durchbrechen wollten. Das berichteten israelische Medien und Nachrichtenagenturen.

Die Aktivisten führen auf dem Schiff Schulsachen, Medikamente und andere Güter mit. Foto: reuters

Das Schiff «Irene» sei am Mittag vom Hafen Famagusta auf Zypern aus in See gestochen und werde binnen zwei Tagen vor der Küste Gazas erwartet. An Bord des Bootes sind Juden aus Israel, Deutschland, Grossbritannien und den USA. Mit dabei haben sie nach eigenen Angaben Schulsachen, Medikamente, Musikinstrumente und Netze für palästinensische Fischer.

Für Israes Aussenministeriuml eine Provokation

Das israelische Aussenministerium nannte die Aktion eine Provokation. Ein Sprecher verwies auf die Annahmestellen für Güter in Israel und Ägypten. Dort werde die Ladung auf Waffen durchsucht und dann auf den Landweg in den Gazastreifen gebracht.

Wenn es den Organisatoren wirklich um Hilfslieferungen gehe, könnten sie diesen Weg nutzen, sagte der Sprecher. Auf die Frage, ob die israelische Marine das Schiff stoppen werde, gab er keine Antwort.

Holocaust-Überlebender: «Heiligende Pflicht»

Unter den Aktivisten an Bord befindet sich der 82-jährige Holocaust-Überlebende Reuven Moskovitz. Dieser erklärte der Nachrichtenagentur AFP, es sei seine «heilige Pflicht, als Überlebender gegen die Verfolgung, Unterdrückung und gegen das Wegsperren so vieler Menschen zu protestieren».
«Wir haben nicht das Recht, den Gazastreifen in ein riesiges Konzentrationslager zu verwandeln.» Sagte Reuven Moskovitz, Holocaust-Überlebender und Friedensaktivist.

Zwar sei er auch mit der im Gazastreifen regierenden radikal-islamischen Hamas nicht einverstanden, sagte Moskovitz. «Aber das gibt uns nicht das Recht, den Gazastreifen in ein riesiges Konzentrationslager zu verwandeln.»

Er werde nicht zulassen, «dass wir ein anderes Volk so behandeln, wie wir behandelt worden sind. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus kann doch nur sein, dass wir versuchen müssen, zwei verletzte Völker zueinander zu bringen».

Alle Aktivisten sind unbewaffnet

Die Aktivisten sind nach eigenen Angaben nicht bewaffnet. Foto: reuters

Die Mission koordinieren vor allem die deutsche Organisation «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost» (JVJP) und die Gruppe «Jews for Justice for Palestinians» (JFJFP).

«Mit diesem Schiff fordern wir Juden und Jüdinnen und jüdische Israeli die Beendigung der Blockade Gazas und der Okkupation der palästinensischen Gebiete durch Israel», schrieb die Schweizer JVFP in einer Mitteilung dazu.

Die Aktivisten sind nach eigenen Angaben unbewaffnet und wollen gewaltlos protestieren. «Unsere Aktivisten werden sich auf keine gewalttätige Konfrontation einlassen», sagte ein Vertreter von JFJFP in London AFP. «Sie werden den Israelis keinerlei Vorwand bieten, (...) sie zu überfallen oder Gewalt gegen sie anzuwenden.»
Quelle: jns und Agenturen
27. September 2010

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