Die Hamas hat in den vergangenen Tagen erneut mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Eine davon landete im Zentrum von Aschkelon. Bei israelischen Gegenschlägen wurde ein Hamas-Kommandeur getötet, mindestens elf Palästinenser wurden verletzt. Für die Eskalation der Gewalt machte die Hamas die Arabische Liga verantwortlich.
Am Freitagmorgen schlug eine palästinensische Rakete im Zentrum der rund zehn Kilometer vom Gazastreifen entfernten Stadt Aschkelon ein. Personen erlitten dabei keine Verletzungen, mehrere Gebäude und Fahrzeuge wurden jedoch beschädigt.
Am Sonntag feuerten Palästinenser eine Rakete auf Sderot ab. Diese schlug in einer Bildungseinrichtung ein. Auch hier wurden keine Menschen verletzt. Zwei weitere Geschosse schlugen in der vergangenen Woche auf freiem Feld ein.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, nannte es "ein Wunder", dass bei dem Angriff auf Aschkelon niemand verletzt wurde. Er machte die Hamas-Regierung für die Raketenangriffe verantwortlich. "Israel behält sich das Recht vor, seine Bürger zu verteidigen und wir werden weiterhin alle nötigen Schritte ergreifen, um den Staat Israel, israelische Bürger und israelische Kinder zu verteidigen", sagte Netanjahu zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag.
Der Angriff auf eine Grossstadt wie Ashkelon mit einer Grad-Rakete – der klar auf die Ermordung von Männern, Frauen und Kindern abzielte, die sich auf den Shabbat vorbereiteten – stellt eine eklatante und provokative Verletzung des internationalen Rechts dar und zeigt das mörderische und barbarische Wesen derjenigen, die den Angriff ausgeführt haben.
Israel bekräftigt erneut sein uneingeschränktes Recht und seine Verpflichtung zum Schutz seiner Bürger. Israel wird auf die erneute Aggression in einer Weise und zu einer Zeit antworten, die es für richtig hält.
Im Anschluss an den Grad-Raketenangriff auf Ashkelon am Freitag hat das israelische Aussenministerium seine Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York und Genf angewiesen, beim Präsidenten des Weltsicherheitsrats und bei der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte dringenden Protest einzulegen.
Auch die Vereinten Nationen verurteilten die Angriffe auf Israel. Der Beschuss von Zivilisten sei "absolut inakzeptabel und stellt eine terroristische Handlung dar", erklärte UN-Koordinator Robert Serry. Die Hamas-Regierung müsse sicherstellen, dass solche Aktionen nicht mehr vorkommen. Serry rief alle Beteiligten dazu auf, sich an das internationale Recht zu halten.
Die USA zeigten sich unterdessen "tief besorgt" über die palästinensischen Raketenangriffe. "Um eine Eskalation der Situation zu verhindern, ermutigen wir alle Parteien dazu, Zurückhaltung zu üben", heißt es in einer Erklärung des US-Aussenministeriums.
Israels Armee reagierte in der Nacht zum Samstag auf den Angriff auf Aschkelon und bombardierte mehrere Ziele im Gazastreifen. Dabei kam ein hochrangiger Hamas-Kommandeur ums Leben, mindestens elf Palästinenser wurden verletzt. Bei dem Getöteten handelt es sich laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" um Issa Batran, einen 42-jährigen Raketenkonstrukteur. Dem Bericht zufolge hatte der Palästinenser bereits mehrere Tötungsversuche der israelischen Armee überlebt. Seine Frau und fünf seiner Kinder waren bei einem Angriff auf ihn während der israelischen Operation "Gegossenes Blei" gegen die Hamas ums Leben gekommen.
Der militärische Flügel der Hamas kündigte Vergeltung für den Tod Batrans an. "Diese neue Dummheit kommt nicht einfach so durch. Wir versprechen Rache für das Blut unseres Märtyrers", heißt es in einer Stellungnahme der Organisation.
Nach dem Angriff auf Sderot bombardierte die israelische Luftwaffe unter anderem einen Schmuggeltunnel im Gazastreifen. Hier gab es keine Verletzten.
Hamas: Direkte Gespräche ist "Sünde"
Verantwortlich für die Eskalation der Gewalt ist laut der Hamas die Arabische Liga, da diese am vergangenen Donnerstag direkten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern zugestimmt hat. Hamas-Sprecher Fawsi Barhum sagte am Sonntag laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an", die Genehmigung der Liga für direkte Gespräche sei eine "politische Sünde" und ein "grosser Fehler".
Raketenangriff auf Eilat und Akaba
Die israelische Urlaubsmetropole Eilat am Roten Meer ist heute Morgen von heftigem Raketenbeschuss heimgesucht worden. Insgesamt fünf Raketen wurden auf die Stadt und das benachbarte Akaba in Jordanien abgefeuert.
Eine der Raketen landete auf offenem Gelände in Eilat, drei im Roten Meer und eine fünfte neben dem Hotel InterContinental in Akaba, wo Berichten nach bei dem Angriff ein Mann getötet und vier weitere Personen verletzt wurden.
Erst am Freitag war eine Grad-Rakete in der israelischen Küstenstadt Ashkelon eingeschlagen, die von palästinensischen Terroristen aus dem Gaza-Streifen abgefeuert worden war. Am Samstag schlug eine Kassam-Raketen nahe Sderot im Kreis Sha’ar Hanegev ein, wobei ein Dach zerstört wurde.
Quelle: jns und Agenturen
2.August 2010
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