Das Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) an der Universität Tel Aviv hat eine neue Analyse zum gegenwärtigen Stand des internationalen Konflikts um das iranische Atomprogramm veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der jüngsten Fortschritte der Islamischen Republik bei der Urananreicherung kommen die Autoren dabei zu einem pessimistischen Ausblick, was die mögliche Verhinderung einer iranischen Atombombe angeht.
„Wenn es keine weiteren Sanktionsresolutionen gibt und die gegenwärtigen Sanktionen keine wirklich lähmende Wirkung zeigen, wird der Iran mit der Anreicherung immer grösserer Mengen von Uran fortfahren, ohne den Druck zu spüren, vorzupreschen und Uran bis zu militärisch verwendbarem Grad anzureichern. Der Iran wird weiter auf Zeit spielen, sich in der Erkenntnis sicher wiegend, dass der US-Präsident nicht ernstlich eine militärische Aktion erwägt. Sollte jedoch etwas geschehen, das den Iran erheblich mehr Hitze spüren liesse, würde er mehrere Optionen für sein weiteres Vorgehen haben, entweder getrennt voneinander oder parallel: Er könnte bekannt geben, dass er sich selbst nicht an die internationalen Verpflichtungen gebunden fühle; er könnte einen (spöttischen) Antrag auf Änderung seines Status‘ zu dem eines Atomwaffenstaates stellen; er könnte sich vom Nonproliferationsvertrag zurückziehen; er könnte alle Inspektoren auf was für Grundlagen auch immer aus dem Land schicken; und er könnte einen unterirdischen Atomtest mit dem Material machen, das er bei geheimen Aktivitäten produziert hat.
Die Aussichten, dass der Iran der internationalen Forderung, die Urananreicherungsaktivitäten zumindest auszusetzen, nachgibt, sind sehr gering. Ob die USA sich näher auf eine Militäraktion zubewegen, bleibt Spekulation. Eine umfassende Einschätzung der Lage und ihrer Dynamik führt dahin, dass die gegenwärtige Phase des Spiels – das bereits seit 2002 im Gange ist – sich dem Ende zuneigt.“
Die vollständige Analyse gibt es unter dem folgenden Link: » http://www.inss.org.il
Quelle: jns und Agenturen
20.Juli 2010
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