Zwei hochrangige Vertreter des iranischen Regimes und der Terrororganisation Hisbollah haben sich jetzt über die Beziehungen zwischen dem iranischen Regime und der Hisbollah geäussert: Ali Akbar Velayati, aussenpolitischer Berater des iranischen geistlichen Führers Khamenei, erklärte, das iranische Regime stelle den Terrororganisationen Hisbollah und Hamas volle und umfassende Unterstützung zur Verfügung. Die Hisbollah sei dem iranischen Regime deshalb verpflichtet. Scheich Naim Qassem, stellvertretender Generalsekretär der Hisbollah, betonte, Khamenei sei eine Quelle von Legitimität für seine Organisation. Die Hisbollah erhalte von ihm islamische Weisungen zu allen prinzipiellen Fragen, unter anderem auch zu Angriffen auf Israel.
Velayati tätigte seine Aussage am 25. Juli 2009 im TV-Sender „Al-Jazeera“. In einem Interview sagte er, das iranische Regime habe die Hisbollah im Zweiten Libanonkrieg 2006 umfassend unterstützt und die Verantwortung für die Hamas während der Kämpfe im Gaza-Streifen 2008/09 übernommen. „Ein Teil des Widerstandes der Palästinenser im Gaza-Streifen ist nur dank iranischer Hilfe und Unterstützung möglich“, so Velayati.
Das iranische Regime betrachtet die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gaza-Streifen als zwei wichtige Machtzentren, die bei der Verfolgung der eigenen strategischen Ziele von Nutzen sein können. Dabei steht das Streben nach regionaler Hegemonie im Nahen Osten im Mittelpunkt. Das iranische Regime kann Hisbollah und Hamas dazu einsetzen, um Bevölkerungszentren im Norden und Süden Israels zu bedrohen, seinen Einfluss in der arabisch-muslimischen Welt zu vergrössern, die Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde zu beschädigen und den Einfluss der prowestlichen sunnitischen Staaten zu untergraben.
In einem Interview mit der libanesischen Tageszeitung „Nahar al-Shahab“ bestätigte Scheich Naim Qassem am 30. Juli 2009 die Aussagen Velayatis. Die Hisbollah würde keinen Krieg gegen Israel führen ohne die Erlaubnis des obersten Rechtsgelehrten des Iran einzuholen, so der stellvertretende Generalsekretär der Hisbollah. Der oberste Rechtsgelehrte – ein Begriff, der für das iranische Staatsoberhaupt Khamenei benutzt wird – mische sich jedoch nicht in die Details der Ausführung seiner Weisungen ein. Die Wahl des Zeitpunktes und der einzusetzenden Waffen liege in der Hand der Hisbollah.
Qassem hatte bereits 2007 erklärt, die Hisbollah bestimme ihr politisches Programm nicht selbst. Die Organisation sei in allen Facetten des Kampfes gegen Israel abhängig von den religiösen Weisungen der iranischen Führung. Dies ist auch angesichts der Tatsache bemerkenswert, dass die Terrororganisation Hisbollah als Partei im libanesischen Parlament vertreten ist und sich bemüht, dort ein Vetorecht zu erlangen.
Hamas baut weiter auf iranische Hilfe
Der Leiter des Hamas-Politbüros in Damaskus, Khaled Mashal, hat sich zu den aktuellen Entwicklungen im Iran geäussert. In einem Gespräch mit der in Katar erscheinenden Zeitung al-Watan sagte er, die Unterstützung, die die Islamische Republik seiner Organisation zukommen lasse, sei nicht in Gefahr.
„Zweifellos macht uns das, was im Iran passiert, besorgt, aber wir betrachten das als eine interne Angelegenheit“, so Mashal. „Aber wir sind definitiv nicht besorgt über die Beziehung mit dem Iran oder die Unterstützung, die der Iran uns zukommen lässt.“
Der Hamas-Führer schloss sich der Meinung der iranischen Führung an, dass die westlichen Mächte die Unruhen im Iran anheizen würden.
Der Iran ist einer der wichtigsten Unterstützer der Terrororganisation. Mashal war erst im Februar nach Teheran gereist, um der Regierung für ihren Rückhalt während Israels Militäroperation im Gaza-Streifen zu danken. Dabei bezeichnete er den Iran als „Partner im Sieg“.
Irans Griff nach Afrika
Afrika ist zu einem wichtigen Zielobjekt der Aussenpolitik des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad geworden. Im Anschluss an seine Bemühungen um den Ausbau seiner Präsenz in Lateinamerika hat der Iran in den vergangenen Jahren wachsendes Interesse an Afrika an den Tag gelegt.
Im Februar dieses Jahres besuchte Ahmadinejad einige ostafrikanische Staaten, darunter Dschibuti und Kenia. Bei seinen Besuchen unterstrich er die Bereitschaft, den afrikanischen Staaten dabei zu helfen, ihre Unabhängigkeit zu stärken, und eine gemeinsame Front gegen die „westliche Unterdrückung“ zu bilden. Zahlreiche iranische Politiker haben wiederholt das Zukunftspotential politischer und wirtschaftlicher Beziehungen mit Afrika hervorgehoben.
Besonderes Interesse hat der Iran an Beziehungen mit ostafrikanischen Staaten, insbesondere mit denen am Horn von Afrika und entlang des Roten Meeres; vor allen anderen rangiert der Sudan. Die Islamische Republik betrachtet Ostafrika als Nährboden für seine politischen, militärischen und wirtschaftlichen Aktivitäten und als Baustein seiner umfassenden Strategie zur Erlangung von Hegemonie im Nahen Osten und globalem Großmachtstatus.
Praktisch hat die Ostafrikapolitik des Iran die folgenden Ziele:
1. den Ausbau eines politischen Einflusses als Teil einer antiwestlichen Achse von Drittweltstaaten zur Verminderung des westlichen, vor allem amerikanischen Einflusses.
2. die Förderung seiner wirtschaftlichen Interessen in Anbetracht der dem Iran auf anderen Kontinenten schadenden Sanktionen.
3. den Export der islamischen Revolution mittels iranisch-islamistischer Organisationen und Kulturzentren, die schiitische Propaganda verbreiten und die lokale Bevölkerung rekrutieren. Dadurch soll das Potential der muslimischen Gemeinden in Ostafrika ausgenutzt werden.
4. den Aufbau einer physischen iranischen Präsenz zu Land und zu See in Staaten und Häfen, die in Krisenzeiten entscheidende Seewege bedrohen können, wie insbesondere die Einfahrt zum Roten Meer.
5. die Schaffung von See- und Landkorridoren, die zu den zentralen Konfliktzonen des Iran im Nahen Osten führen und als Schmuggelrouten für Waffen und Terroristen genutzt werden können. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der Sudan, der als Zwischenstation für Waffenlieferungen über Ägypten in den von der Terrororganisation Hamas beherrschten Gaza-Streifen dienen kann.
Eine ausführliche Dokumentation der iranischen Aktivitäten in Afrika gibt es unter dem folgenden Link: » http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/English/eng_n/pdf/iran_e011.pdf
Quelle: jns und Agenturen
19. August 2009
| zum Seitenanfang |
Weitere Berichte:
| zum Seitenanfang |
» Goldstone-Report: Fehler u. schlechte Recherchen
» Druckbare Version









