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Beobachtungsposten vorübergehend besetzt

Israel hat gegen die libanesische Armee den Vorwurf erhoben, sie würde der Miliz der Schiitenorganisation Hisbollah dabei helfen, Waffen im Südlibanon zu verstecken. Die Hisbollah bringe mit Unterstützung der regulären Streitkräfte Waffen in das Gebiet südlich des Litani-Flusses, erklärte die israelische Regierung am Freitagabend. Nach der Explosion eines Sprengstofflagers, die sich am vergangenen Dienstag ereignete, hat die israelische Regierung ein "energischeres" Vorgehen der UNO-Truppe UNIFIL gefordert. Das Aussenministerium ersuchte, wie am Sonntag bekanntgegeben wurde, UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon um Übermittlung sämtlicher Untersuchungsergebnisse. Zugleich forderte es die UNIFIL-Kontingente stellenden EU-Staaten Frankreich, Italien und Spanien zu einer entschiedenen Reaktion auf vorliegende Informationen über Hisbollah-Waffenlager auf.

Mit Duldung oder Unterstützung der regulären libanesischen Streitkräfte bringe die Hisbollah Waffen in das Gebiet südlich des Litani-Flusses, hat die israelische Regierung erklärt. Libanesische Dorfbewohner hatten am Freitag einen israelischen militärischen Beobachtungsposten bei Kfar Chouba im Südostlibanon vorübergehend besetzt und dort libanesische und Hisbollah-Fahnen gehisst.

Regierungsbeteiligung

Ein libanesischer Militärsprecher sagte, das explodierte Sprengstoffdepot in etwa 20 Kilometer Entfernung von der israelischen Grenze sei von der Hisbollah vor dem 34-Tage-Krieg vom Sommer 2006 angelegt worden. Dies wies ein israelischer Armeesprecher zurück. Auftrag der UNIFIL ("United Nations Interim Force in Lebanon") ist es, dafür zu sorgen, dass im Grenzgebiet zu Israel ausser regulären libanesischen Soldaten und Polizisten niemand über Waffen verfügt. Die UNO-Truppe war auf Grundlage der Sicherheitsrats-Resolution 1701 nach dem 34-Tage-Krieg im Sommer 2006 auf 12.000 Mann verstärkt worden. Im Libanon ist ein für Israel tätiger Spionagering um den pensionierten General Adib el-Alam aufgedeckt worden. Gegen mehr als dreissig Verdächtige laufen derzeit Ermittlungen, mehrere haben sich mit ihren Familien nach Israel abgesetzt.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah erklärte am Freitag in einer Rede in Beirut, Israel habe trotz eines bereits vollzogenen Gefangenenaustausches noch einen libanesischen Soldaten gefangen und die sterblichen Überreste zahlreicher weiterer Kämpfer nicht ausgehändigt. Nasrallah betonte ferner, die Waffen seiner Organisation seien nicht Gegenstand der laufenden Verhandlungen über die Bildung der neuen libanesischen Regierung durch den designierten Ministerpräsidenten Saad Hariri. Er wies zudem Berichte zurück, nach denen die Hisbollah eine Regierungsbeteiligung von einer Reihe von Bedingungen abhängig machen würde. Weder bestehe sie auf ein Vetorecht im Kabinett, noch verlange sie irgendwelche Garantien betreffend die Arbeit des auf Beschluss des UNO-Sicherheitsrates eingerichteten Sonderstrafgerichtshofes zur Aufklärung des Mordes am ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri.

Vor drei Jahren hatte die pro-iranische Hisbollah mit der Gefangennahme von zwei israelischen Soldaten und dem Raketenbeschuss Nordisraels eine 34-tägige israelische Libanon-Offensive provoziert. Aus dem Konflikt mit mehr als 1200 libanesischen und 160 israelischen Toten ging sie politisch gestärkt hervor. Im Libanon ist in den vergangenen Monaten ein für Israel tätiger Spionagering um den pensionierten General Adib el-Alam aufgedeckt worden. Gegen mehr als dreißig Verdächtige laufen derzeit Ermittlungen, mehrere haben sich mit ihren Familien nach Israel abgesetzt.

Israel hält libanesischen Soldaten gefangen

Der Anführer der militanten islamistischen Organisation Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, hat Israel der Täuschung bezichtigt. Der jüdische Staat halte trotz eines bereits vollzogenen Gefangenenaustauschs noch einen libanesischen Soldaten gefangen und habe die sterblichen Überreste zahlreicher weiterer Kämpfer nicht ausgehändigt, sagte Nasrallah am Freitag. Der Soldat Yehia Skaff befinde sich nach glaubwürdigen Angaben von dessen Familie immer noch in israelischer Gewalt, genauso wie die Überreste zahlreicher "Märtyrer", sagte Nasrallah.

Israel reagierte auf die Anschuldigung zunächst nicht. In der Vergangenheit erklärte die Regierung jedoch, Skaff sei 1978 bei einem von ihm ausgeführten Anschlag, bei dem 35 Israelis getötet wurden, ums Leben gekommen. Israel hat im vergangenen Juli erklärt, dass alle libanesischen Gefangenen und die sterblichen Überreste getöteter Kämpfer ausgehändigt worden seien. Im Gegenzug für die Freilassung der fünf Kämpfer hatte Israel die Leichen von zwei Soldaten erhalten, deren Entführung durch die Hisbollah 2006 den 34 Tage langen Libanon-Krieg ausgelöst hatte, bei dem rund 1.200 Libanesen und 160 Israelis zu Tode kamen.

Der zweite Libanonkrieg – drei Jahre danach

Nach dem Rückzug der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) aus dem Libanon hinter die Blaue Linie im Jahr 2000 behielt die Hisbollah ihre aggressive und provokative Haltung bei. Diese Haltung schloss sowohl versuchte Entführungen von Soldaten als auch terroristische Angriffe auf israelische Zivilisten im Norden ein.

Am 12. Juni 2006 drang ein Trupp von Hisbollah-Terroristen in israelisches Territorium ein und attackierte eine Patrouille der israelischen Armee. Während des Angriffs und dem nachfolgenden Versuch der Rettung von zwei entführten Soldaten würden acht israelische Soldaten getötet. Die Leichen der entführten Soldaten, Stabsfeldwebel d. Res. Ehud Goldwasser und Hauptfeldwebel d. Res. Eldad Regev, wurden am 16. Juli 2008 nach Israel zurückgeführt.

In Reaktion auf den Überfall griff die israelische Armee das Hisbollah-Hauptquartier im Libanon sowie den internationalen Flughafen von Beirut an und verhängte eine Luft- und Seeblockade, gefolgt von einer Bodenoffensive im Südlibanon.

Während des Krieges, der vom 12.Juli bis zum 14. Juli dauerte, griff die Hisbollah absichtlich die israelische Zivilbevölkerung an, indem sie mehr als 4000 Raketen auf dicht bevölkerte Gebiete abfeuerte. 44 israelische Zivilisten wurden getötet und über 600 verletzt. Außerdem wurden 121 israelische Soldaten getötet und 450 verwundet. Die Hisbollah konnte sich auf ein ansehnliches Waffenarsenal stützen, darunter 1000 Langstreckenraketen, über 13 000 Kurzstreckenraketen sowie Luftwaffen- und Marineeinheiten und Guerilla-Truppen zu Land mit Panzerabwehrwaffen.

Die Antwort der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte beinhaltete den Einsatz von etwa 10 000 Soldaten im Libanon, 18 800 Lufteinsätze, den Beschuss mit 120 000 Artilleriegranaten. Mehr als 600 Hisbollah-Terroristen wurden getötet, und die Infrastruktur der Terrororganisation, darunter 15 000 ihrer Stellungen, wurde schwer getroffen. Während des Krieges koordinierte die israelische Armee erfolgreich 800 Hilfskonvois sowie 613 Evakuierungen auf dem Luft-, Land- und Seeweg.

Am 12. August 2006 wurde die UN-Sicherheitsratsresolution 1701 angenommen, die zu einem Waffenstillstand und dem Ende des Krieges führte. Die Resolution rief zur völligen Einstellung der Kampfhandlungen auf und grenzte das Gebiet zwischen der Blauen Linie und dem Litani-Fluss als Pufferzone ab, die frei sein sollte von „bewaffneten Kämpfern, Posten und Waffen, die nicht der libanesischen Regierung oder UNIFIL angehören“. Außerdem wurden die UN-Truppen auf 15 000 Mann aufgestockt.

Drei Jahre nach dem zweiten Libanonkrieg bleibt die Hisbollah von den Nachwirkungen des Krieges beeinflusst. Die Terrororganisation hat sich im Libanon sowohl in politischer als auch militärischer Hinsicht als einflussreiche Kraftetabliert.

Durch den militärischen Erholungsprozess sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht besitzt die Terrororganisation in ihrer Funktion als verlängerter Arm des radikalen Lagers unter der Führung des Iran ein größeres Waffenarsenal als viele Staaten. Dadurch hat die Hisbollah raffiniertere und weiter reichende Möglichkeiten sowohl im Nord- als auch im Südlibanon erhalten, die in direktem Widerspruch zur UN-Sicherheitsratsresolution 1701 stehen. Wiederholt hat sie ihre Absicht gezeigt, ein politsicher Faktor im Staat zu bleiben, und ist dabei so weit gegangen, dass sie ihre Waffen im Mai 2008 gegen die libanesische Armee gerichtet hat. Das anschliessende Doha-Abkommen verlieh ihr in der Regierung die Möglichkeit des „blockierenden Dritten“. In den Wahlen vom Juni 2009 scheiterte die Hisbollah daran, denselben rad an Unterstützung wieder zu gewinnen; die moderne 14. März-Fraktion gewann 71 von 128 Sitzen. Aufgrund fehlender Errungenschaften vor Ort bleibt dies jedoch von lediglich symbolischer Bedeutung.

Quelle: jns und Agenturen
19.Juli 2009

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