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Ein F-15-Kampfjet der israelischen Luftwaffe. (Bild: Reuters)

Der Iran hat für den Fall eines israelischen Angriffs auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht. Angeblich hat Israel von Saudi-Arabien das Einverständnis für die Durchquerung des Luftraums erhalten.

«Sowohl die USA als auch Israel sollten sich den Folgen einer falschen Entscheidung bewusst sein», sagte der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und Aussenpolitik, Alaeddin Brudscherdi, am Montag während eines Besuchs in Tokio. «Ich denke, unsere Antwort wäre effektiv und entschlossen.»

Brudscherdi reagierte auf Äusserungen von US-Vizepräsident Joe Biden, wonach die USA einen israelischen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm nicht verhindern würden. Die USA könnten «einem anderen souveränen Staat nicht vorschreiben, was er zu tun hat», sagte Biden am Sonntag.

Saudis wollen keine Atombombe

Israel wollte Bidens Äusserung nicht kommentieren. Allerdings treibt die Regirung gemäss Medienberichten die Vorbereitungen für einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen voran. So soll der Chef des Geheimdienstes Mossad Premierminister Benjamin Netanjahu darüber informiert haben, dass Saudi-Arabien die Durchquerung seines Luftraums stillschweigend akzeptieren würde, berichtete die «Times».

Die beiden Länder unterhalten keine Beziehungen, doch es gibt immer wieder Gerüchte über inoffizielle Kontakte auch auf höchster Ebene. «Die Saudis sind bereit, der israelischen Luftwaffen den Überflug zu gestatten, weil die Mission im gemeinsamen Interesse beider Staaten ist», zitierte die «Times» eine diplomatische Quelle.

Den Hintergrund für das Entgegenkommen bildet die Furcht der sunnitisch-arabischen Golfstaaten vor dem Aufstieg des schiitischen Iran zur Nuklearmacht. «Die Saudis sind sehr besorgt wegen einer iranischen Atombombe, mehr noch als die Israelis», sagte ein ehemaliger hochrangiger israelischer Geheimdienstler.

Iran droht nach Biden-Äusserung mit Vergeltung

Der Iran dagegen hat für den Fall eines israelischen Angriffs auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht. «Sowohl die USA als auch Israel sollten sich den Folgen einer falschen Entscheidung bewusst sein», sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und Aussenpolitik, Alaeddin Brudscherdi, am Montag während eines Besuchs in Tokio. «Ich denke, unsere Antwort wäre effektiv und entschlossen.«

Die Zeitung «Israel Hajom» schrieb am Montag unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter in Jerusalem, es gebe «geheime Absprachen zwischen und der US-Regierung über die Optionen, die Israel in der Iran-Frage hat».

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat den Westen erneut vor einer Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes gewarnt. Die «Führer der arroganten Staaten« müssten wissen, dass das iranische Volk in diesem Falle eine geballte Faust zeigen werde, sagte Chamenei in einer Fernsehansprache. US-Vizepräsident Joe Biden erklärte, die USA würden einen Angriff Israels auf den Iran nicht verhindern.

«Achtung, die iranische Nation wird reagieren« , sagte Chamenei und warnte westliche Staatsführer davor, die derzeitige Lage im Iran auszunutzen. Teheran hatte vor allem Grossbritannien und den USA vorgeworfen, die Proteste gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl im Juni geschürt zu haben.

Die britische Regierung bestätigte unterdessen die Freilassung eines achten Mitarbeiters seiner Botschaft in Teheran und forderte gleichzeitig auch die Haftentlassung eines letzten festgehaltenen Botschaftsangehörigen. Im Zuge der Proteste gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad wurden am 28. Juni neun iranische Mitarbeiter der britischen Botschaft festgenommen.

Der britische Premierminister Gordon Brown sagte bei einem Gipfeltreffen mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in Evian, wenn der Iran bei seiner Linie bleibe, werde Großbritannien zusammen mit seinen europäischen Partnern handeln. Sarkozy sicherte der britischen Regierung uneingeschränkte Solidarität zu.

US-Regierung hat die Nase voll

Bidens Äusserungen seien ein Anzeichen dafür, dass die US-Regierung angesichts der iranischen Versuche, einem Dialog auszuweichen sowie der iranischen Raketenversuche die Geduld verliere. «Die Worte Bidens zu diesem Zeitpunkt sollen den Iranern signalisieren, dass die US-Regierung die Nase voll hat und dass sie nicht ewig auf sie warten will.»

Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb am Montag, angesichts der Unruhen im Iran habe Israel der US-Regierung scharfe Warnungen übermittelt, dass man sich bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf das Scheitern des Dialogs zwischen dem Iran und dem Westen gefasst machen müsse. Israel habe in diesem Zusammenhang einen alternativen Plan gefordert, der ein Paket «lähmender Sanktionen» gegen den Iran enthalte, schrieb das Blatt.

Quelle: jns und Agenturen
6. Juli 2009

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