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Die palästinensische Autonomiebehörde ist um einen Skandal reicher. Mahmud Abbas’ Sohn, Yasser, hat unlängst für gehörigen Wirbel in der palästinensischen Autonomiebehörde gesorgt. Er behauptete in einem Interview mit der in Dubai ansässigen Wirtschaftszeitung «Al-Aswak», die Mehrheit der Palästinenser kollaboriere mit Israel.

hoh. Die palästinensische Autonomiebehörde ist um einen Skandal reicher: Yasser Abbas, Sohn des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas, hat am 16. April dem in Dubai ansässigen Wirtschafsblatt «Al-Aswak» ein Interview gegeben, in dem er ziemlich freizügig über seine Kooperation mit den Israeli spricht.

Zu Ansehen und Reichtum gelangt

Yasser gilt als gewiefter Financier. Er ist seit 1993, kurz nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge, im Besitz einer grösseren Unternehmensgruppe. Damit ist er schnell zu Ansehen und Reichtung gelangt. Er besitzt eine Immobiliengesellschaft sowie eine Vertriebsfirma für Tabakwaren, mit welcher er sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland ausschliesslich amerikanische Zigarettenmarken vertreibt. Dabei ist die Falcon Tabacco die einzige Firma, die westliche Tabakwaren in den Autonomiegebieten vertreiben darf.

Das Interview des Präsidentensohns hat in den Kreisen der Autonomiebehörden für gehörigen Wirbel gesorgt: «Es wäre für uns alle besser gewesen, wenn Yasser seinen Mund gehalten hätte», sagte ein Fatah-Abgeordneter nach der Publikation des Interviews gegenüber der israelischen Zeitung «Jerusalem Post». Yassers Aussagen hätten dem Ansehen der palästinensischen Autonomiebehörde geschadet und seinen obendrein mehr als nur peinlich.

Abbas verteidigt indessen seine Aussagen. Er habe lange und hart gearbeitet, um das zu erreichen, womit er nun seinen Lebensunterhalt bestreite. «Ich bin reich geworden, längst bevor mein Vater zum Präsidenten der Palästinenser gewählt worden war.» Abbas betont dabei, dass er «nie auch nur einen müden Heller» von der Autonomiebehörde erhalten habe. «Weder haben sie mir für meine Tochter ein Aspirin geschenkt, noch kam ich in den Genuss eines Freiflugbillets.»

Auf die Frage, ob er auch mit den Israeli Geschäfte führe, antwortet der Sohn des Präsidenten mit einem selbstverständlichen «Ja». «Wie wollen Sie Waren vertreiben, wenn sich die israelischen und palästinensischen Wirtschaftsminister nicht untereinander austauschen?»

Meinung der Öffentlichkeit interessiert nicht

Was die Öffentlichkeit von seinen Ansichten hält, scheint Yasser nicht sonderlich zu kümmern. Warum solle er nicht mit den Israeli kollaborieren, wenn selbst Palästinenser, die der islamistischen Hamas nahe stünden, in Israel medizinisch versorgt werden können, lautet dabei seine rhetorische Gegenfrage.
Quelle: jns und Agenturen
22. Mai 2009

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