Der Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN), Generalmajor Amos Yadlin, hat der israelischen Regierung einen Bericht über den gegenwärtigen Stand des iranischen Atomprogramms erstattet.
„Iran hat die technologische Schwelle überschritten“, erklärte Yadlin bei der wöchentlichen Kabinettssitzung. „Das Erlangen militärischer Nuklearkompetenz ist eine Frage der Strategie.“
Der Geheimdienstoffizier verwies darauf, dass der Iran hunderte Kilogramm von niedrig angereichertem Uran angehäuft habe und darauf hoffe, „den Dialog mit dem Westen dafür nutzen zu können, die Zeit zu schinden, die notwendig ist, um eine Atombombe zu entwickeln“.
Yadlin erläuterte, dass der neue Ansatz der Obama-Administration, die zu einem Dialog mit dem Iran aufruft, im Nahen Osten verhalten aufgenommen werde: „Gemässigte arabische Staaten glauben, dass dies vom Iran und Syrien dazu missbraucht werden wird, die Zeit der Gespräche zum Schein hinzuziehen, während sie weiter aufrüsten und den Terror unterstützen.“
Dialog wird Irans Atomprogramm nicht aufhalten
Der Direktor der US-amerikanischen National Intelligence, Dennis Blair, vertritt die Ansicht, dass der Iran auf diplomatischem Wege nur schwerlich dazu gebracht werden könne, sein Atomprogramm einzustellen. Das machte er vor dem Verteidigungsausschuss des Senats deutlich.
„Wir glauben, dass es schwer sein wird, die iranische Führung davon zu überzeugen, auf die Entwicklung der Atombombe zu verzichten, angesichts dessen, dass viele innerhalb der Führung eine Verbindung zwischen der Atomwaffe und der nationalen Sicherheit des Iran sehen, und angesichts der Bemühungen des Iran um die Entwicklung einer solchen Waffe zumindest von den späten achtziger Jahren bis 2003“, sagte Blair.
Lediglich eine Kombination von verstärktem internationalen Druck und Anreizen könnte Teheran womöglich dazu bringen, das Atomprogramm einzustellen. Wenngleich man nicht sicher wisse, ob der Iran derzeit vorhat, Atomwaffen herzustellen, gehe man doch davon aus, dass die Islamische Republik sich die Option zumindest offen halte.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besitze der Iran, so Blair, noch keine Atomwaffen, bereits 2010 könnte er jedoch in den Besitz solcher gelangen.
Israels Militärgeheimdienstchef Amos Yadlin hatte am Sonntag mitgeteilt, dass die Islamische Republik bereits die technologische Schwelle zum Bau der Atombombe überschritten habe.
Iran greift nach Lateinamerika
Der Iran arbeitet emsig daran, seinen Einfluss in Lateinamerika auszubauen. Neue Handelsabkommen mit Ecuador sollen nun zusätzlich die wirtschaftlichen Aussenbeziehungen der Islamischen Republik verbessern und eine pro-iranische Stimmung in dem südamerikanischen Staat befördern.
Der stellvertretende iranische Energieminister, Hamid Chitchian, traf sich in der vergangenen Woche mit Präsident Rafael Correa in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, wo sie mehrere Abkommen unterzeichneten, darunter ein 120-Millionen-Dollar-Geschäft zum Bau von Kraftwerken. Außerdem hat Teheran sich verpflichtet, 40 Millionen $ in kleinere Unternehmen zu investieren. Bereits im vergangen Jahr hatte die Islamische Republik Ecuador 280 Millionen $ für den Bau einer Ölraffinerie geliehen.
Während des Besuchs Chitchians äusserte Präsident Correa gegenüber der Presse, dass kein Grund dafür bestehe, die Beziehungen mit dem Iran abzubrechen; dieser habe „nichts Falsches“ getan. Correa hatte im vergangenen Jahr den Iran besucht und dort einen Vertrag über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet.
Der Iran hat in den vergangenen Jahren verstärkt in südamerikanischen Staaten Fuss gefasst, die als Gegner der USA in Erscheinung treten. In Venezuela, Bolivien, Chile und Nicaragua wurden iranische Botschaften eröffnet, und es besteht Verdacht auf Geheimdienstaktivitäten.
Im israelischen Aussenministerium betrachtet man die Entwicklung einer fortdauernden Durchdringung Südamerikas durch den Iran mit großer Sorge. Sprecher Yossi Levi sagte gestern: „Wir bedauern, dass Ecuador entschieden hat, sich in die Richtung eines Bündnisses mit einem Staat wie Iran zu begeben.“
Unterdes berichten zwei ausländische Diplomaten in Teheran, dass die staatliche Automobilfirma Iran Khodro versucht hat, das UN-Embargo zu umgehen und im grossen Stil Kohlefaser einzuführen. Diese ist eine Komponente fortentwickelter Zentrifugen, die zur Urananreicherung eingesetzt werden.
Dass die versuchte Anschaffung auf Anweisung des Nationalen Sicherheitsrats erfolgte, ist ein Indiz dafür, dass es sich dabei nicht um automobilindustrielle Bedürfnisse handelte. Der Nationale Sicherheitsrat ist für das iranische Atomprogramm verantwortlich.
Quelle: jns und Agenturen
13.03.2009
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