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Fidel Castro

In den vergangenen Wochen hat sich der frühere kubanische Staatspräsident Fidel Castro in mehreren Interviews überraschend pro-israelisch geäussert. Unter anderem hat er den Iran kritisiert und Israels Existenzrecht verteidigt. Jetzt bedankte sich Israels Staatspräsident Schimon Peres bei dem Revolutionsführer in einem persönlichen Brief für dessen "unerwartete Worte".

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg für das Magazin "TheAtlantic" hatte Castro unter anderem den iranischen Führer Mahmud Ahmadinedschad für dessen Leugnung des Holocaust kritisiert. Die iranische Führung müsse die Folgen des theologischen Antisemitismus verstehen und Israels Ängste ernst nehmen.

"Ich glaube nicht, dass jemand mehr verleumdet wurde, als die Juden. Ich würde sagen, viel mehr als die Muslime. Sie wurden viel mehr als die Muslime verleumdet, denn sie werden für alles beschuldigt und verunglimpft. Keiner gibt den Muslimen an allem die Schuld", so Castro. Die iranische Regierung müsse verstehen, dass die Juden von ihrem Land vertrieben und in alle Welt zerstreut wurden, wo sie als "Gottesmörder" verfolgt wurden. "Die Juden haben eine Existenz durchlebt, die wesentlich schlimmer ist als unsere. Nichts ist mit dem Holocaust vergleichbar."

Goldberg berichtet auch von anderen erstaunlichen Aussagen Castros. Das kubanische System «funktioniert nicht einmal mehr bei uns», zitierte ihn Goldberg. Castro berichtigte diese Aussage im Nachhinein. Goldberg habe ihn falsch verstanden, die Äusserung sei ironisch gemeint gewesen und er habe damit das genaue Gegenteil zum Ausdruck bringen wollen. Goldberg schliesst derweil ein solches Missverständnis aus.
Auf die Frage, ob Israel als jüdischer Staat das Recht auf Existenz habe, antwortete Castro: "Ja, ohne Zweifel".

Staatspräsident Peres schrieb in seinem Dankesbrief an Castro, dessen Worte seien für ihn unerwartet gekommen und hätten ihn "sehr berührt". "Ich danke Ihnen, vom Grunde meines Herzens. Sie haben bewiesen, dass sich auch diejenigen nahe sein können, die weit entfernt voneinander sind."

Die überraschende Unterstützung würdigte auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. "Diese Bemerkungen Castros zeigen sein tiefes Verständnis für die Geschichte des jüdischen Volkes und des Staates Israel", sagte der israelische Regierungschef am Samstag laut der Tageszeitung "Ha´aretz".

In der Vergangenheit hatte sich Castro eher kritisch gegenüber dem jüdischen Staat geäussert und stets die Palästinenser unterstützt. Havanna pflegte sonst auch immer gute Beziehungen zu Teheran.

Quelle: jns und Agenturen
27. September 2010

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