Um dem Besucherandrang am Wochenende und den dafür benötigten Parkraum im Stadtzentrum beizukommen, hat die Stadtverwaltung von Jerusalem beschlossen, den Parkplatz des Rathauses auch am Schabbat zu öffnen. Um den Schabbat nicht zu entweihen sollte der entsprechende Parkplatz unter dem Management von Nichtjuden gestellt werden.
Aber trotz dieser Vorkehrungen, sorgen der Entschluss für Proteste bei der ultra-orthodoxen Bevölkerung, die unter dem Titel „Der Kampf um Jerusalem“ zu einer Demonstration am Schabbat aufriefen. Etwa 1.500 ultraorthodoxer Juden lieferten sich in Jerusalem gewaltsame Randale mit der Polizei. Sie protestierten gegen den Beschluss von Bürgermeister Nir Barkat, am Sabbat die Tiefgaragen unter der Stadtverwaltung für Besucher der Altstadt zu öffnen. Die Stadt wollte zudem am Sabbath einen öffentlichen Parkplatz einweihen.
Die Agentur Ynet berichtete, dass Bruno Stein, Chef der Polizei für den Abschnitt, gesagt hat: „Die Ultraorthodoxen legten einen Antrag vor, um eine Demonstration gegen die Öffnung des Parkplatzes zu veranstalten. Wir autorisierten den Protest. Sie versprachen, dass sie dadurch protestieren würde, indem sie von der Torah lesen würden.
Wir haben Polizisen abgerufen, für den Fall, dass sich die Demonstration anders als geplant entwickeln würde. Wir konnten schon sehen, als die Demonstranten ankamen, dass es sich nicht um eine friedliche Demonstration handeln würde.“ Die Demonstranten bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen, Flaschen, Lebensmitteln, schmutzigen Windeln und eine Vielzahl weiterer Objekte, sie wurden angespuckt und als Nazis bezeichnet. Polizeileiter Bruno Stein sagte weiter aus, dass die Polizei sich mit Verhaftungen von Querulanten zurückgehalten hätte, weil es sich um den Schabbat handelte und sie die Sensivität der besagten Bevölkerung versteht. Ein Polizeisprecher bestätigte später, dass sechs festgenommene Demonstranten sollten dem Haftrichter vorgeführt werden.
Nach der jüdischen Religionstradition ist das Autofahren am Sabbath verboten. Die Ultraorthodoxen sehen die Öffnung des Parkplatzes als Verletzung des Status quo zwischen säkularen und religiösen Juden in Jerusalem.
Sollte die ultraorthodoxe Gemeinschaft aber in Zukunft nicht von solchen Protesten am Schabbat als eine Art Freibrief zu ungestraften Randale ansieht, dann würde die Polizei ihnen keineswegs länger das entsprechende Verständnis entgegenbringen. Sie hätten somit den Bruch des für sie so wichtigen Schabbat dann eben selbst provoziert. Nachdem Verstärkung zu Pferd herbeigerufen wurde, konnten die Demonstranten schliesslich gegen 10 Uhr abends erfolgreich von der Polizei nach Mea-Schearim zurückgedrängt werden. Sechs Polizeibeamte und ein Pressefotograf wurden verletzt.
Einer der Anführer der ultraorthodoxen Gemeinde in Jerusalem Yoelish Kroiz, sagte der israelischen Zeitung «Jediot Achronot» vom Sonntag, der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat zeige sich anti-religiös.
Sollte es weitere Verstösse gegen den Sabbath geben, sei ein "Sommer der Kriege" in der Stadt zu erwarten. "Dies war nur der erste Schuss2, sagte Kroiz.
Quelle: jns und Agenturen
7. Juni 2009
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